12.06.2018, 16:24 Uhr

Lob und Kritik für angekündigte Moschee-Schließung in Linz

(Foto: Ambrose/Fotolia)

Sieben Moscheen und Gebetsräume will die Bundesregierung zusperren – eine davon befindet sich in Linz. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Illegale Finanzierung und salafistische Hintergründe nannte die Bundesregierung als Gründe für die Maßnahmen. In Linz ist der "Islamische Kulturverein Kairo" in der Goethestraße betroffen. Die Betreiber haben jedoch ein Einspruchsrecht. Unterstützung für das Vorgehen äußerten Landeshauptmann Thomas Stelzer, Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Markus Hein. Luger sei der Verein laut seiner Sprecherin Bettina Langeder zuvor nicht bekannt gewesen. "Das Innenministerium wird aber seine Gründe haben, ihn zu schließen." Aus dem Büro der Integrationsstadträtin Regina Fechter heißt es, dass keine Subventionen an den betroffenen Verein geflossen seien und es auch keinen Kontakt gegeben habe.

Experte kritisiert Vorgehen

Kritisch sieht die Aktion der Extremismus-Experte Thomas Rammerstorfer. Die Auflösung des Dachverbands "Arabische Kultusgemeinde", zu der auch der Linzer Gebetsraum gehört, bedeute noch keine Schließung. Denn die einzelnen Vereine würden weiter bestehen. Wie das von Kultusminister Gernot Blümel angekündigte Verbot kultischer Handlungen überwacht werden soll, erschließe sich ihm nicht. Rätselhaft sei zudem, warum es gerade die "Arabische Kultusgemeinde" erwischt hätte, denn "Salafistische Tendenzen" seien bei anderen Gruppen ausgeprägter. Rammerstorfer vermutet eher einen Machtkampf innerhalb der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ).
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