16.09.2014, 09:45 Uhr

Wo im Wald der Schuh drückt

Forstwart Hubert Schmid und Geschäftsführer der Schönbühel-Aggstein-AG, Maximilian Deym, appellieren an Vernunft und Intelligenz aller "Waldbenützer".

Im Herbst ist der Wald voller Menschen. Da bleiben Konflikte nicht aus. Die BEZIRKSBLÄTTER haben nachgefragt.

BEZIRK MELK. Jetzt geht's wieder rund in unseren Wäldern: Schwammerlsucher sammeln Pilze, Wanderer erkunden den Forst, Mountainbiker zischen über Stock und Stein, Jäger sehnen die Brunft herbei und Wildbretfreunden läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Doch was darf man im Wald und was nicht?

Wir dürfen alle wandern
Wandern ist mit dem "freien Wegerecht" seit einigen Jahren erlaubt, was immer mehr Wanderrouten aus dem Boden sprießen lässt, die kreuz und quer durch den Forst führen. Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Dunkelsteinerwald hat mit einer neuen über 160 Kilometer langen Wanderroute, die am 20. September um 14 Uhr beim Schloss Gurhof eröffnet wird, etwas Ordnung ins Chaos gebracht.
"Bestehende Wege wurden neu markiert und verknüpft. Dafür waren Verträge mit den Besitzern abzuschließen", so Stefanie Dornstauder von der ARGE. Unter anderem mit der Gutsverwaltung Schönbühel-Aggstein AG, die 980 Hektar Dunkelsteinerwald besitzt. "Bei Wanderwegen muss die Zuständigkeit für Beschilderung und Wartung geklärt werden", erklärt Forstwart Hubert Schmid.

Bikes: verboten aber geduldet
Knifflig wird's beim Mountainbiken. "Grundsätzlich ist es verboten, im Wald zu fahren", erklärt Aggstein-Geschäftsführer Maximilian Deym. Dass dennoch viele Biker im Forst unterwegs sind, ist kein Geheimnis. Deym pragmatisch: "Solange die Radler die befestigten Wege verwenden, wird niemand was sagen. Problematisch wird's halt, wenn sie querwaldein durch Fütterungs- oder Fällungsgebiete fahren."

Jägers "Nordic Walker-Frust"
Dann wären da noch die Jäger, denen es schon mal die Zornesröte ins Gesicht treibt: "Es ist natürlich ärgerlich, wenn dem Jäger am Hochstand von Nordic Walkern das Wild vertrieben wird", hat Deym am Stammtisch schon hie und da Beschwerden gehört. Auch Deym selbst hat schon manches erlebt: "Ich wurde schon wüst beschimpft weil ich auf die gültige Rechtslage hingewiesen habe. Da muss man einfach ruhig bleiben."

Die Wälder des Bezirks
Rund 41.000 Hektar (40 %) des Bezirks Melk sind bewaldet. Über 37.500 Hektar davon sind in privater Hand, der Rest wird öffentlich bewirtschaftet. Im Jahr 2013 wurden im Bezirk 6.755 Stück Rehwild erlegt, 749 Wildschweine und 275 Stück Sikawild.
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