"Autofahrerschikane"
FPÖ und ÖVP wollen neue Einbahnregelung in der Neubaugasse ändern
- ÖVP-Klubobfrau Christina Schlosser und FPÖ-Klubobmann Frederick Rösch üben scharfe Kritik an der neuen Einbahnregelung in der Neubaugasse.
- Foto: Rösch/Schlosser
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ÖVP-Klubobfrau Christina Schlosser und FPÖ-Klubobmann Frederick Rösch üben scharfe Kritik an der neuen Einbahnregelung in der Neubaugasse. Die beiden Parteien wollen auch in der kommenden Bezirksvertretungssitzung am Donnerstag, 10. September, einen entsprechenden Antrag einbringen.
WIEN/NEUBAU. Die neue Einbahnregelung in der Neubaugasse ist zwar erst seit wenigen Wochen in Kraft – die Diskussion darüber ist aber bereits voll entbrannt. Denn seit Kurzem gilt im Abschnitt zwischen Siebensterngasse und Burggasse eine Einbahn. Nur die Buslinie 13A darf weiterhin in beide Richtungen fahren.
Ziel der Änderung ist es, den Durchzugsverkehr zu verringern und mehr Platz für Fußgänger zu schaffen. Dafür wurde unter anderem die Rechtsabbiegespur von der Burggasse in die Neubaugasse entfernt. Der Gehsteig wird an dieser Stelle breiter.
"Immer längere Umwege"
Für FPÖ und ÖVP geht die Änderung allerdings in die falsche Richtung. FPÖ-Klubobmann Frederick Rösch spricht von einer „Autofahrerschikane“. Autofahrerinnen und Autofahrer und insbesondere Anrainerinnen und ANrainer würden zu immer längeren Umwegen gezwungen. Die neue Einbahn erschwere die Mobilität im Bezirk zusätzlich, kritisiert Rösch.
Auch ÖVP-Klubobfrau Christina Schlosser sieht Probleme. „Eine funktionierende Erreichbarkeit ist für unsere Geschäfte und Betriebe im Bezirk entscheidend“, sagt sie. Kundinnen und Kunden sowie Lieferantinnen und Lieferanten würden durch neue Einbahnregelungen unnötig umgeleitet. Das könne dem Wirtschaftsstandort Neubau schaden.
- Auch ÖVP-Klubobfrau Christina Schlosser (r.) sieht Probleme.
- Foto: Rösch/Schlosser
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Auch eine Unternehmerin einer Parfümerie-Filiale in der Neubaugasse übt scharfe Kritik. "Als Unternehmerin macht mir, meinen Kunden und Lieferanten die neue Sperre der Neubaugasse das wirtschaftliche Überleben fast unmöglich", sagt sie.
Lokale Wirtschaft berücksichtigen
Es brauche laut Schlosser eine Lösung, die Anrainerinnen und Anrainer, Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer und die lokale Wirtschaft berücksichtigt.
Daher fordern FPÖ und ÖVP Neubau die Einbahnregelung in der Westbahnstraße aufzuheben. Dadurch sollen Autofahrer über die Westbahnstraße direkt bis in die Neubaugasse kommen. Die beiden Parteien wollen diese Forderung als Antrag in die nächste Bezirksvertretungssitzung einbringen.
Positive Rückmeldungen
Die Grünen verteidigen die neue Verkehrsführung. Silvio Heinze, Klubobmann der Grünen, verweist auf die wissenschaftliche Evaluierung der Neubaugasse. Das Projekt werde „auf Basis von Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen laufend weiterentwickelt“. Erste Erfahrungen mit der neuen Regelung seien positiv. Man bekomme viele Rückmeldungen von Anrainerinnen und Anrainern, Geschäftsleuten und Menschen vor Ort. Auch beim Verkehr selbst zeichne sich laut Heinze bereits eine Veränderung ab: „Der Durchzugsverkehr geht zurück.“
- Silvio Heinze, Klubobmann der Grünen, verweist auf die wissenschaftliche Evaluierung der Neubaugasse.
- Foto: Anna Stöcher
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Gleichzeitig räumt er ein, dass eine neue Verkehrsführung Zeit brauche, bis sie sich eingespielt habe. Deshalb sollen im Herbst zusätzliche Verkehrszählungen zeigen, wie sich die Einbahn auf das umliegende Straßennetz auswirkt.
Ob die neue Verkehrsführung bleibt, geändert oder erneut angepasst wird, soll auch anhand dieser Verkehrszählungen beurteilt werden. Wie der Antrag von FPÖ und ÖVP angenommen wird, wird sich in der kommenden Bezirksvertretungssitzung zeigen.
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