So „heilig“ ist der Bezirk Neunkirchen

Menschliche Überreste im Karner von St. Johann.
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  • Menschliche Überreste im Karner von St. Johann.
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BEZIRK NEUNKIRCHEN bs). In der neuen Ausstellung auf der Schallaburg sind sie die Hauptdarsteller. Kunstvolle Reliquien aus dem oströmischen Reich. Auch in unserem Bezirk gibt es Knochen von Heiligen. Die Bezirksblätter haben in Kirchen und Katakomben nach den „heiligsten“ Reliquien gesucht und einen Splitter des Kreuzes Christi gefunden.


Jedem Altar seine Reliquie

In jedem geweihten Altar muss eine Reliquie enthalten sein. Welche Reliquien es sind - meist nur fast mikroskopisch kleine Splitter - hängt in vielen Fällen mit dem Kirchenpatron zusammen, aber nicht immer. So beherbergt die Jakobskirche in Kirchberg gleich drei Reliquien: jene von St. Wolfgang, St. Jakob und Schwester Restituta.


Reliquie wurde gestohlen


Dass die Kirchenbetreiber Angst um ihre wertvollen Knochensplitterchen haben und nicht gerne verraten, wo welche "eingebaut" wurden, ist nicht unbegründet. Aus der Kirche in St. Corona wurden 1942 die Reliquie gestohlen, den Täter konnte man fassen, die Reliquie blieb aber verschwunden. Erst sechs Jahre später konnte Pfarrer Moschko eine "Ersatzreliquie" aus dem Aachener Domschatz für St. Corona organisieren. Und am 9. Juli 1948 - also vor 70 Jahren - wurde der neue Hochaltar mit neuer Reliquie eingeweiht.

Mittelalterliche Fake-Knochen

Eine Reliquie ist für Gläubige ein Heiligtum, mit dem nach kanonischem Recht unter gar keinen Umständen Handel betrieben werden darf. Doch waren es schon im 14. Jahrhundert im damaligen Kostantinopel (heute Istanbul) üblich, massenhaft "Knochen von Heiligen" an Kirchenmänner zu verkaufen - oder gegen Waffen zu tauschen.
Damals wurde massiv betrogen, was beweist, dass 'fake' keine Erfindung des US-amerikanischen Präsidenten ist. Und so ist anzunehmen, dass viele der Reliquien einfach Knochen von Irgendwem sind - Zertifikate gabs ja damals nicht, nur Reliquienhändler, wie den Italiener Petrus de Pistagallis, dessen Sammlung teilweise im Stephansdom in Wien landete, und den Glauben daran, dass die Knochensplitter echt "heilig" sind.

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