19.12.2013, 21:15 Uhr

Die Ritter aus Losenheim

600.000 € investierte ein Jurist in den Wiederaufbau der Burg Losenheim. Zwölf Leute setzen sein Werk fort.

LOSENHEIM. Hoch oben auf einem Hügel erinnert die Burg-ruine Losenheim an die wilde Ritterzeit. Erstmals 1165 erwähnt, wechselte die Burg in den folgenden Jahrhunderten wiederholt den Besitzer und verfiel immer mehr. Der Anwalt Dr. Karl Leitner riss das Ruder herum, er begann 1994 mit dem Wiederaufbau. Allerdings war zum damaligen Zeitpunkt von der Original-Burg nicht mehr viel übrig. Die Burgsteine, so wird erzählt, wurden von der Bevölkerung als Baumaterial abgetragen. "Nur die Grundmauern standen. Die Burg verfiel wohl schon vor 1555", erzählt Friedl Schuster, Obmann des Vereins "Freunde der Burg-ruine Losenheim". Schuster und seine elf "Ritter von Losenheim" setzen nun alles daran, dieses Juwel zu erhalten.

Geschenk der Witwe

Eine großartige Vorarbeit leistete Dr. Karl Leitner. Er investierte jahrelang in die Ruine. Schuster schätzt, dass der Jurist dafür gut und gerne 600.000 Euro in die Hand nahm. Ein paar Kleinigkeiten sind nicht ganz originalgetreu. So wurden bei den Zinnen auch Fliesen verbaut.
Als Leitner 2011 überraschend verstarb, schenkte seine Witwe das ca. zwei Hektar große Grundstück samt Burg dem Verein "Freunde der Burgruine Losenheim".
Von 1995 bis 2011 wurde mit Hilfe zweier Maurer die Burg neu errichtet. "Gearbeitet wurde immer nur in den Sommermonaten", wissen Friedl und sein Obmann-Stellvertreter Karl Tisch. Schuster ist stolz: "Ich habe ab 1995 mitgearbeitet. Alles was Holz ist, habe ich gebaut."

Noch zwei Jahre Bauzeit

Und es gibt noch einiges zu tun. Schließlich will der Verein die Burg über kurz oder lang der Öffentlichkeit zugänglich machen. "Uns wurde empfohlen, ein Geländer beim Aufgang zur Burg anzulegen. Es führt ja ein typischer Waldpfad rauf", erzählt Tisch. Aber auch ein Turm befindet sich derzeit noch in Bau. "Ungefähr in zwei Jahren möchten wir fertig sein", zeigt sich Schuster zuversichtlich. Dann kann auch die Endkollodierung kommen.

Zur Burg

Das Geschlecht der Losenheimer residierte auf der Burg ab 1165. Die Losenheimer stammen aus Bayern. 1555 erwirbt Graf Hoyos die Burg. 1849, 1896 und 1924 und 1954 wechselt sie erneut die Besitzer, bevor sie 1994 von Dr. Karl Leitner gepachtet wurde. Seit 2012 gehört die Burg dem Verein "Freunde der Burgruine Losenheim".
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