Verkehrslandesrat kritisiert 1-2-3-Ticket
Günther Steinkellner: "Verkehrsrowdys das Auto abnehmen"

Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) steht dem 1-2-3-Ticket, das 2021 österreichweit kommen soll, kritisch gegenüber.
  • Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) steht dem 1-2-3-Ticket, das 2021 österreichweit kommen soll, kritisch gegenüber.
  • Foto: BRS
  • hochgeladen von Thomas Kramesberger

OÖ. Die Corona-Krise hatte massive Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr, sagt der oö. Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) im Gespräch mit der BezirksRundschau. Das Minus in Bus und Bahn betrage bisweilen bis zu 35 Prozent. Einziger Lichtblick sei die steigende Anzahl der Fahrradfahrer.

Um die öffentlichen Verkehrsmittel vom Nimbus des „Corona-Risikogebiets“ zu befreien, fordert Steinkellner eine weitere Liberalisierung der Maskenpflicht. „Warum soll man in fast leeren Zügen oder Bussen eine Maske tragen müssen? Es ist einfach Hausverstand gefragt bei diesem Thema“. Generell habe der „Masken-Wahnsinn“ in Österreich viel zu lange gedauert, meint der blaue Verkehrslandesrat.

1-2-3-Ticket: Zuerst Infrastruktur ausbauen, dann Preise senken

Keine rechte Freude hat Steinkellner mit der Ankündigung von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne), die bis nächstes Jahr ein 1-2-3-Ticket für ganz Österreich auf Schiene bringen will. Im oö. Verkehrsressort hält man das für den falschen Weg. Zunächst gehöre die Infrastruktur ausgebaut, dann könne man über eine Senkung der Preise nachdenken, heißt es. „Wenn genug Geld da ist, ist es schön, die Preise zu senken. Aber wenn ich mir ansehe, was ich mit den 30 Millionen Euro pro Jahr, die ein solches Ticket kostet, machen kann – da könnte man über 30 Jahre gesehen, ein Milliarden-Projekt finanzieren“, rechnet Steinkellner vor. Für diese Milliarde könnte man den gesamten öffentlichen Verkehr in Linz ausbauen und Zigtausende Menschen dafür begeistern. Jedenfalls gelte für OÖ: „Zuerst baue ich den öffentlichen Verkehr aus, und wenn ich das Ausbaugeld bekommen habe, dann rede ich über billigere Tickets.“

Ostumfahrung nicht aus "Jux und Tollerei"

Ausgebaut werden in Oberösterreich aber nicht nur die Öffis, sondern auch beim höherrangigen Straßennetz sind zahlreiche Projekte in Bau oder Planung: Neben dem Westring, der Eisenbahnbrücke und den Bypässen auf der Vöest-Brücke, befindet sich das Projekt „Ostumfahrung“ in der strategischen Prüfungsphase. Diesbezüglich ist OÖ auf das Okay aus dem grünen Verkehrsministerium bzw. der Asfinag angewiesen. Man hoffe, dass man in Wien bei solch zentralen Straßenbauprojekten berücksichtigt werde, zumal man als Industriebundesland viel in den Bundeshaushalt einzahle und nicht aus „Jux und Tollerei“ baue, sondern weil der Pendler- und Wirtschaftsverkehr im Fluss zu halten sei.

Autoentzug für Verkehrsrowdys

Besonderes Augenmerk legt man im Ressort – in Abstimmung mit der Polizei – auf die Raserszene. Diese „Autoposer“ machen speziell den Großraum Linz und die B1 regelmäßig unsicher. Erst in der Nacht auf den 11. Juni wurden bei einer Schwerpunktaktion 40 Strafzettel ausgestellt und ein Kennzeichen einkassiert. Doch die derzeit möglichen Strafen seien nicht ausreichend, meint Steinkellner. Er habe sich diesbezüglich bereits an Verkehrsministerin Gewessler gewandt, um eine Gesetzesänderung zu erreichen: Der FPÖ-Politiker will Verkehrsrowdys, wie in anderen Ländern üblich, das Auto abnehmen lassen. Das helfe in der Szene, deren Mitglieder oft Migrationshintergrund hätten, am ehesten.

Steinkellner will nach 2021 Landesrat bleiben

Nach der Landtagswahl 2021 gefragt, verweist der Landesrat auf die friktionsfreie Zusammenarbeit mit dem schwarzen Koalitionspartner. Zudem betont der FPÖ-Politiker die Infrastrukturmaßnahmen, die mit den ÖBB auf den Weg gebracht wurden – Stichwort Elektrifizierung der Mattigtalbahn, der Innkreisbahn, der Almtalbahn, der Donauuferbahn sowie die Sanierung von Bahnhöfen und Co. Deswegen wolle er auch nach der Wahl 2021 in "seinem" Ressort weiterarbeiten: „Es ist schon viel passiert, aber noch viel zu tun“, sagt Steinkellner.

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