OÖ-Sozialunternehmen warnen vor Kürzungen bei Behindertenbetreuung

Die geplanten Einsparungen im Sozialbudget bedeuten, dass es weniger Angebote für Menschen mit Behinderungen geben wird, waren Caritas, Volkshilfe und Co.
  • Die geplanten Einsparungen im Sozialbudget bedeuten, dass es weniger Angebote für Menschen mit Behinderungen geben wird, waren Caritas, Volkshilfe und Co.
  • Foto: Miriam Dörr/fotolia
  • hochgeladen von Thomas Kramesberger, Stv. Chefredakteur OÖ

OÖ. Knapp fünf Millionen Euroweniger wird es 2018 für die Betreuung und Versorgung von Menschen mit Behinderung geben. Davon geht die Interessenvertretung der Sozialunternehmen in OÖ (IVS) aus. "Wenn es entgegen früherer Abmachungen zu weiteren finanziellen Kürzungen im psychosozialen- und Behindertenbereich kommt, dann wird das gravierende Konsequenzen haben", sagt Gernot Koren, Sprecher der IVS. Derzeit sei noch völlig unklar, welche der eingeplanten Budgetmittel im nächsten Jahr gekürzt werden, heißt es von den Sozialorganisationen. Am Freitag soll es diesbezüglich ein Gespräch mit Beamten aus dem zuständigen Sozialressort geben.

"Irgendwann ist eine Grenze erreicht"

Inhaltlich fordert die Interessenvertretung, zu der die Caritas und Volkshilfe gehören und die 7.000 Mitarbeiter in OÖ beschäftigt, eine Rückkehr zu den Vereinbarungen aus 2015. Bereits damals habe man sich mit dem ehemaligen Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) auf einen Sparkurs bis 2020 geeinigt. Durch die erneuten Einsparungen im Budget 2018 sei es jedoch nicht mehr möglich, bestehende Verträge einzuhalten.

Es könne etwa nicht mehr garantiert werden, dass Nachtdienste in Behindertenbetreuungseinrichtungen gemacht werden. Darüber hinaus werde generell die Anzahl der Arbeits- und Betreuungsplätze reduziert, heißt es von Seiten der IVS. Irgendwann sei einfach eine Grenze erreicht, die man nicht überschreiten könne, sagt Edith Zankl, Geschäftsführerin der VolkshilfeLebensART für Menschen mit Beeinträchtigungen: "Man kann einem Patienten nicht sagen, schluck das Essen schneller runter – oder: du darfst heute keine Krise haben, sondern erst, wenn wir wieder genug Personal haben".

Von Seiten der Politik erwarten sich die oberösterreichischen Sozialunternehmen ein Gesprächsangebot, um zu klären, wie man Behindertenarbeit "modern und zukunftsorientiert" gestalten könne. In diesem Fall sei man auch bereit, in das Projekt "Sozialressort 2021+" zurückzukehren – dieses hatten die Sozialorganisationen vor Kurzem aus Protest gegen die Einsparungen verlassen. "Wir sind immer für Gespräche bereit gewesen und sind das auch weiterhin. Aber für dieses Drüberfahren haben wir kein Verständnis", sagt Dorothea Dorfbauer, Vorsitzende der Sozialplattform OÖ.

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