Zusammenschluss Hinterstoder-Wurzeralm: Schröcksnadel fordert Entscheidung

Wird nur Vorderstoder (blau) ausgebaut, befürchtet man ein höheres Verkehrsaufkommen. Im Umkehrschluss wäre bei der Wurzeralm schon eine Autobahnabfahrt in der Nähe. | Foto: google earth/Phyrn Priel-Region
  • Wird nur Vorderstoder (blau) ausgebaut, befürchtet man ein höheres Verkehrsaufkommen. Im Umkehrschluss wäre bei der Wurzeralm schon eine Autobahnabfahrt in der Nähe.
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OÖ (tk). Am 26. Juli erging ein Brief an Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) und Landesrat Michael Strugl (ÖVP). Absender: Peter Schröcksnadel, Aufsichtsratsvorsitzender der Hinterstoder Wurzeralm Bergbahnen. Der Ski-Titan aus Tirol fordert darin eine Entscheidung über den Zusammenschluss der Skigebiete Hinterstoder und Wurzeralm über Vorderstoder.

Entscheidung bis Ende 2016
Man sei mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem – auch aufgrund der Investitionen der Mitbewerber – strategische Entscheidungen getroffen werden müssen, heißt es in dem Brief. Und weiter: "Macht man den Rückzug auf ein Tages-Skigebiet oder stellt man die Weichen für ein erfolgreiches Mehrtages-Skigebiet." Dementsprechend fordert Schröcksnadel die Landesregierung auf, bis Ende 2016 eine "Grundsatzentscheidung" zu treffen. Es müsse geklärt werden, "ob die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Verbinden beider Skigebiete geschaffen werden können."

Naturschutz entscheidet
Vonseiten der FPÖ heißt es dazu: "Es liegt derzeit noch keine genaue Skizzierung vor, wo die Trasse verlaufen soll. Sobald es diese gibt, kann geprüft und das Verfahren eingeleitet werden", so ein Sprecher von Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner, der für Naturschutz zuständig ist.
Und der Naturschutz wird ein gewichtiges Wort mitzureden haben, wenn, wie angedacht, eine Seilbahn die Skigebiete zusammenschließen soll. Dementsprechend lautet auch die Stellungnahme aus dem Büro des zuständigen Landesrats Michael Strugl: „Es wird geprüft, welche Möglichkeiten unter den gegebenen Rahmenbedingungen hinsichtlich Naturschutz bestehen. Dann wird man wissen, ob es eine große oder eine kleinere Lösung geben wird.“

Verbindung wegen Verkehr
In der Region seien Bürgermeister und Touristiker für alle Lösungen offen, heißt es. Ideal wäre eine Seilbahn auf einen Rücken oder ein Plateau des Warscheneck, um dort ein Variantenskigebiet zu errichten, meint der Vorsitzende der Tourismusregion Pyhrn-Priel, Herbert Gösweiner. Diese Region würde nicht beschneit werden und sei im Sommer auch als Wandergebiet geeignet.

"Ich werde oft gefragt, warum man nicht einfach Vorderstoder entwickeln kann und unbedingt die Wurzeralm anbinden muss", so Gösweiner. Und die Antwort sei relativ klar, meint der Touristiker: Erstens sei man erst durch den Zusammenschluss mit 80 bis 100 Pistenkilometern gegenüber anderen Skigebieten konkurrenzfähig.

Und, ebenso wichtig: "Wenn man nur Vorderstoder entwickelt, verschärft man das Verkehrsproblem in der Region gewaltig", so Gösweiner. Die Landesstraßen in Vorderstoder müssten für mehrere Millionen Euro ausgebaut werden und man würde die Gäste von der Wurzeralm abziehen, obwohl man dort in unmittelbarer Nähe eine Autobahnabfahrt und große Parkflächen hätte. Unterm Strich würde – so die Einschätzung des Touristikers – eine Verbindung der Skigebiete 400 neue Vollzeitjobs bringen.

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