Sänger Max Schabl im Interview
Der Kampf der Musiker durch den Lockdown

Max Schabl und das Volk der Mäuse: Max Schabl, Paul Haspel (E-Gitarrist), Roland Gager (Schlagzeug), Martin Liebentritt (Bass)
  • Max Schabl und das Volk der Mäuse: Max Schabl, Paul Haspel (E-Gitarrist), Roland Gager (Schlagzeug), Martin Liebentritt (Bass)
  • Foto: Fabian Emmer
  • hochgeladen von Vanessa Wittmann

BEZIRK. Wie geht es eigentlich Musikern zu Zeiten der Corona Pandemie? Diese Frage stellt sich möglicherweise der ein oder andere und um diese zu beantworten, wurde der Sänger Max Schabl mit seiner Begleitband zu einem Interview gebeten. Dabei wurde nicht nur über die Zeit mit Corona gesprochen, sondern auch Themen, wie bereits erreichte Meilensteine und mögliche Ziele in der Zukunft wurden angeschnitten.

Habt ihr ein musikalisches Vorbild? Wenn ja, wen?

Das musikalische Vorbild ist bei uns irgendwie nicht vorhanden. Unsere Vorlieben für gewisse Musikstile und Musikbands schon. Wir sind 4 Freunde, die gemeinsam musizieren. Schön ist, dass wir uns gegenseitig Musik/Bands/KünstlerInnen zeigen, welche wir im Moment gut finden. Man spricht über Neuerscheinungen oder Alben, die absolut zeitlos sind. 

Mit welchem Musiker würdet ihr gern einmal etwas Trinken gehen?

Ich bin ja seit neun Jahren als Solokünstler unterwegs und habe schon einige sehr bekannte Gesichter getroffen. Natürlich kommt man im Backstageraum aufeinander zu, trinkt ein Bier und beginnt Gespräche. Ich habe mit KünstlerInnen unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Von absolut sympathisch bis totale Arroganz war alles dabei. Wir hängen liebend gerne mit unseren Weggefährten ab. Am Liebsten konsumieren wir Getränke im Zusammensein mit der lokalen Bandszene. Es ist großartig, dass sich die lokalen Bands untereinander so gut verstehen und unterstützen. Das war zu Beginn meiner musikalischen Laufbahn (ca. 2005) nicht wirklich der Fall.

Wie geht es euch in der Corona-Zeit? Gibt es schon Pläne für 2021? 

Während der Pandemie haben wir unser Debütalbum veröffentlicht. Dass wir dieses nicht Live promoten können ist natürlich sehr ungünstig. Dennoch sind wir produktiv. Vor allem Paul (Anm. Gitarrist der Band) und ich tüfteln am Sound bzw. schicken uns gegenseitig Songideen. Ich nutze die Corona-Zeit und übe E-Gitarre spielen. Da ich immer nur mit Westerngitarre unterwegs war, ist das E-Gitarre spielen Neuland.

Konkrete Pläne für 2021 gibt es nicht. Sobald die Pandemie im Griff ist und Konzerte wieder erlaubt sind, werden wir wieder Konzerte spielen und unsere CD-Präsentation im GH Pröstl nachholen. Auf das gemeinsame Proben und arrangieren neuer Songs freuen wir uns ebenfalls. Videodrehs stehen an und vielleicht gehen wir noch heuer ins Tonstudio.
Ich beschäftige mich jetzt schon mit 2022, in diesem Jahr feiere ich 10 Jahre Max Schabl Solo.


Was bedeutet der Begriff „Musik“ für euch?

Das Schreiben von Liedern und Texten ist für mich meine absolute Psychohygiene. Ich stecke viel Zeit und Leidenschaft in meine Kunst. Dass diese durch meine Begleitband „Das Volk der Mäuse“ variantenreicher wird, ist zum Solospielen eine Bereicherung und Abwechslung, die ich sehr schätze.
Doch meine Leidenschaft liegt nicht nur im Erschaffen von Liedern, sondern auch im Konsumieren von Musik. Zum Beispiel als Gast bei einem Konzert, als CD und Plattensammler. Musik ist für mich persönlich Antrieb und Anker zugleich und das schönste auf der Welt.

Welcher Meilenstein, den ihr bis heute erreicht habt, ist euch am Wichtigsten?

Ich habe seit 2005 in diversen Bands gespielt und 2012 „Max Schabl“ gegründet. Seit dieser Gründung habe ich drei „Solo-Alben“ und voriges Jahr ein Album mit Band veröffentlicht. Dies waren definitiv Meilensteine und unterstreichen den sehr hohen Output.
Ich bezeichne meine musikalische Laufbahn als eine Art Lehre oder Studium. Es wurde und wird einfach gesagt von Jahr zu Jahr immer mehr. Mehr Konzerte in ganz Österreich, verschiedene Preise (Literaturwettbewerb, FM4 Protestsongcontest, etc.), Interviews und Fernsehauftritte, usw.
Ich hätte mir nie träumen lassen, dass dieses Projekt einen derartigen Drive entwickelt. Das treibt mich natürlich an und lässt eine Weiterentwicklung zu.

Ist die momentanen Pandemie eine enorme Umstellung in Bezug auf Auftritte oder gibt es auch andere Wege die Musik zu den Leuten zu bringen?

Der schönste Weg Musik zu transportieren ist das Live-Spielen. Das letzte Album ist auf allen Streaming und Downloadportalen erhältlich. Auch diverse Radiosender spielen unsere Musik.

Habt ihr bestimmte Ziele, die ihr noch erreichen möchtet?

Das Hauptziel ist, dass man kontinuierlich dran bleibt und dass man in Würde älter wird. Der Weg ist, einfach formuliert, alle paar Jahre ein Album veröffentlichen und sich mit Liedern verewigen. Ich möchte irgendwann einmal meine CDs durchhören oder Bandfotos ansehen und dabei zufrieden lächeln.

Der Traum, von der Musik leben zu können, schwindet leider irgendwie mit dem Älterwerden. Wenn ich mitbekomme, dass unsere Musik gehört wird, wenn Menschen unsere Konzerte besuchen und einen schönen Abend hatten, dann hat sich unser Engagement und unsere Arbeit gelohnt. Um mehr geht es nicht.

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