16.04.2018, 10:25 Uhr

Rote Karte rüttelte FC Südburgenland so richtig auf

Die Spielerinnen vom FC Südburgenland jubelten über einen wichtigen Heimsieg.

Mit großem Einsatz drehten die Südburgenländerinnen in Unterzahl gegen LUV Graz das sechs Punktespiel in einen Sieg.

OLBENDORF. Am Sonntag fiel beim Duell FC Südburgenland und LUV Graz eine wesentliche Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt in der ÖFB Frauenbundesliga. Mit einem Sieg dürfte Südburgenland das Abstiegsgespenst verscheucht haben, bei einer Niederlage würde es wieder sehr eng.
Wieder mit Zoe Magyarics, die gegen Bergheim aufgrund ihres Einsatzes beim Ungarischen Nationalteam fehlte, versuchte die Erhart-Elf zunächst ambitioniert nach vor zu spielen, aber die Gäste aus Graz standen defensiv kompakt und nach erstem Elan der Heimelf kamen die Grazerinnen besser ins Spiel.


Verdiente LUV-Führung nach Eckball

Nach 12 Minuten zielte nach einem Corner Lisa Neuhauser noch drüber, drei Minuten später machte es die LUV-Kapitänin besser. Ebenfalls nach einem Eckball nutzte sie einen Stellungsfehler am langen Eck zur Führung aus.  Der Führungstreffer ließ LUV nach vorne spielen, während Südburgenland immer mehr verkrampfte. Ein guter Distanzschuss von Lisa Köberl ging nur knapp drüber.
Nach einer harten Attacke von Lara Mandl kurz vor der Pause - für die es von Schiedsrichter Kadir Özer nur eine Ermahnung statt Gelb gab - musste Magyarics verletzt raus. Keine guten Vorzeichen für das Heimteam, das zwar bemüht, aber sehr verunsichert war.

Ausschluss brachte die Wende

Kurz nach Seitenwechsel der nächste Schock fürs Heimteam. Nach einem ungestümen Foul sah Stefanie Lefevre wegen Torraubs die Rote Karte. Das schien die Heimischen allerdings eher zu beflügeln, denn weiter zu hemmen. Plötzlich erwachte der Kampfgeist bei Südburgenland und in Unterzahl schafften es die Erhart-Mädels besser ins Spiel zu finden. Nach einem Freistoß von Kapitänin Susanna Koch ließ LUV-Torfrau Verena Gartler den Ball fallen, doch Nadine Dotter jagte ihn vom Fünfer übers Tor (53.).
Während die Gäste ein wenig den Faden verloren, zeigte sich Südburgenland nun in völlig neuem Gesicht. Viel Herz und großer Einsatz machten sich bezahlt. Nach einer schönen Aktion wurde Neuzugang Franziska Thurner ideal freigespielt und diese ließ mit einem platzierten Schuss ins lange Eck Gartler keine Chance (64.). Knapp zwei Minuten später ging ein schöner Schuss von Marlene Gartner nur knapp am Kreuzeck von FC Süd-Keeperin Magdalena Eberhardt vorbei.

Elfmeter rettet Punkte für Südburgenland

Während die "Heim-Zehn" drückte, verlagerte sich LUV Graz aufs Kontern und das durchaus gefährlich. Einmal rettete die eingewechselte Isabella Gold vor der Linie für die geschlagene Eberhardt bei einem Schneider-Ball (71.). Dann folgte aber die Erlösung für die Südburgenländerinnen und gleichzeitig bittere Pille für die Grazerinnen.
"Franzi" Thurner tankte sich in den Sechzehner durch - zuvor schon gehalten - und wurde von Gartler gelegt. Zurecht gab es Elfmeter und Gelb für die Torfrau. Den Strafstoß verwandelte Koch unter großem Jubel, obwohl Gartler noch mit den Fingerspitzen dran war (75.). Die Schlussphase wurde zum Krimi und in dem hatten die Gäste noch einmal Glück, denn Mandl, die zuvor schon mehrmals ermahnt wurde, sah bei einem Foul knapp außerhalb des Sechzehners an Thurner, die bereits vorbei war, nur Gelb - obwohl sie praktisch letzte Frau war (87.). Danach tat sich nicht mehr viel.
Mit dem 2:1-Heimsieg holte Südburgenland drei ganz wichtige Punkte und für LUV Graz, das nun bereits neun Punkte hinter dem Vorletzten liegt, dürfte der Zug in Richtung 2. Liga nicht mehr aufzuhalten sein.

"Der Ausschluss hat uns wachgerüttelt! Ich bin auf die Leistung meiner Mädels in Unterzahl stolz. Das war einfach großartig", freute sich Trainer Michael Erhart nach dem Sieg.

0:7-Debakel für die 1b

Weniger gut lief es am Samstag für die 1b. Nach der bitteren 0:1-Heimniederlage gegen Eggendorf schlitterte sie in ein 0:7-Debakel. Bis kurz vor der Pause konnten die Südburgenländerinnen zwar noch gut mit Altera Porta mithalten, aber Tore von Iris Stekovics (38.) und Lourdes Cervantes Duenas (44.) sorgten für klare Verhältnisse noch vor Seitenwechsel.
Nach der Pause steigerten sich die Wienerinnen in ein Bestschießen. Franziska Temper (58.), Natasa Trajcevska (63.,84.), Jessica Brunner (68.) und noch einmal Stekovics (87.) mit einem Freistoß fixierten den 7:0-Kantersieg für Altera Porta. Nun wird es für das 1b-Team schon immens schwer, den Abstieg doch noch abzuwenden.


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