Pielachtal, Gastronomie
Umweltbewusst durch die Corona-Pandemie

Beim Gasthaus Planer bringen 29 von 30 Gästen ihr eigenes Geschirr zum Abholen der Bestellungen mit.
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  • Beim Gasthaus Planer bringen 29 von 30 Gästen ihr eigenes Geschirr zum Abholen der Bestellungen mit.
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Im Tal "boomt" der Müll bedingt durch Abholservice. Das tun die Dirndltaler dagegen.

PIELACHTAL (TH). Es ist sechs Uhr Abends – der Magen schreit nach einem Schnitzel. Die Zutaten nicht zu Hause, was tun? Ein kurzer Anruf beim Lieblingswirten und das gute Essen ganz einfach abholen. Genau so wird es vielen Menschen im Lockdown gehen. Doch wie sieht es mit dem Thema "Müll" in diesen Zeiten aus? 

Großes Umdenken

Hannelore Planer vom gleichnamigen Gasthaus in Rammersdorf ist von ihren Kunden begeistert. "Im ersten Lockdown begannen wir die Leute darauf hinzuweisen eigenes Geschirr zum Abholen der Speisen mit zu bringen, da sonst viel unnötiger Müll produziert wird", erinnert sie sich. Heute bringen 29 von 30 Kunden bereits ihr eigenes Geschirr mit. "Wir haben Stammkunden die seit März von uns ihr Essen holen. Sie fahren mit dem Auto zum Hintereingang, wir nehmen das Geschirr heraus, packen ihr Essen ein und stellen es ihnen wieder in den Kofferraum. Das funktioniert alles kontaktlos", freut sie sich. Sie selbst sind auf alternative Verpackungen umgestiegen. "Ich finde es toll, dass so ein großes Umdenken bei den Leuten stattgefunden hat. Und das sollte man auch mal erwähnen, dass es während der Coronakrise nicht nur negative Dinge gibt", so Planer.

Bewusstseinsbildung

Um dem vielen Müll, der bei der Essensabholung entsteht, zu vermeiden, versuchen es die Pielachtaler Gastronomen mit Bewusstseinsbildung. Peter und Nicole Hruska (Stanihof Poppendorf), Renate Grünberger (SanMarino Ober-Grafendorf) und Andreas Riegler (Carambar Kirchberg) legen allesamt großen Wert auf recyclebare Verpackung. "Wenn wir Plastik verwenden, dann nur wenn man es auch weiter im Haushalt verwenden kann. Die meisten nehmen sogar bereits selber etwas mit", erzählt Riegler. Außerdem merke man, dass die Kunden großen Wert auf Nachhaltigkeit legen. "Manche nehmen das eigene Geschirr mit, andere fragen ob sie das Eigene überhaupt mitnehmen dürfen", weiß Fahrnberger Gregor vom Gasthof Lichtensteg aus Frankenfels. "Unsere Speisen zum Abholen und für den Transport haben wir in Papiersackerln", so der Dirndltaler.

Den Müll richtig entsorgen

Was genau gehört denn jetzt eigentlich in den Restmüll und was in die Biotonne? Florian Beer von den NÖ Umweltverbänden erklärt: "Servietten, Küchenrollen, Taschentücher und feuchte Hygienetücher gehören in den Restmüll. Kartons mit Restinhalten gehören ebenfalls in den Restmüll." Weiter informiert er, dass Fettflecken oder kleinere Ketchupreste kein Problem darstellen und beim Altpapier entsorgt werden können. Wichtig zu wissen ist auch, dass Abfälle die aus Haushalten stammen, welche eventuell Coronavirus kontaminiert sind, bei Beachtung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen gemeinsam mit dem Restmüll entsorgt werden müssen. "Um bei diesen Abfällen eine Gefährdung sicher auszuschließen, dürfen diese Abfälle nicht lose in die Restmülltonne gegeben werden. Stattdessen sind diese zuvor in stabile Müllsäcke zu verpacken, die zum Beispiel durch Verknoten sicher verschlossen werden."
Die Sammlung der Abfälle in einer Restmülltonne und die anschließende thermische Behandlung des Restmülls in den beiden niederösterreichischen Müllverbrennungsanlagen gewährleisten eine sichere Zerstörung des Virus bei sehr hohen Temperaturen mit bis zu 1.000 Grad.

Beim Gasthaus Planer bringen 29 von 30 Gästen ihr eigenes Geschirr zum Abholen der Bestellungen mit.
Wiederverwendbar: Carambar schätzt Nachhaltigkeit.

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