Ganzes Kar abgetragen
24 Hektar im Talschluss von Rauris vermurt
- Bei der Befliegung des vermurten Gebietes in Kolm Saigurn im Raurisertal am 31.08.2023 durch die Wildbach- und Lawinenverbauung zeigte sich, dass ein 24 Hektar großes Gebiet mit Geröll vom oberhalb liegenden Pilaturkar vermurt wurde.
- Foto: WLV/Gebhard Neumayr
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Heute, am 31. August, konnte die erste Befliegung der Wildbach- und Lawinenverbauung rund um den vermurten Bereich in Kolm Saigurn im Raurisertal stattfinden. 24 Hektar, das sind 24 Fußballfelder, sind von Geröll bedeckt. Weiters liegt am Berg noch eine Menge an Material, die bei Unwettern ins Tal donnern könnte.
RAURIS. Durch das bessere Wetter war die Befliegung des vermurten Bereiches in Rauris endlich möglich. „Es ist unfassbar, welche Mengen hier ins Tal gespült worden sind. Siedlungsgebiete sind aus derzeitiger Sicht glücklicherweise aber nicht in Gefahr“, erklärt Gebhard Neumayr, Gebietsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Pinzgau. Der Blick von oben offenbarte das Ausmaß der Schäden erst richtig. Kommende Woche werden die Landesgeologen zusätzlich den Bereich per Laserscan detailliert vermessen.
Unwetter trägt ganzes Kar ab
Die Einblicke aus der Luft überraschten auch Neumayr. "Ein Beispiel: Oberhalb von Kolm Saigurn, unterhalb des Pilatussees liegt das Pilatuskar. Dieses ist durch das Abfließen der Wassermassen 70 bis 100 Meter tief abgetragen worden, selbst für mich in diesem Ausmaß eine völlig neue Dimension“, erklärte er und sei davon überzeugt, dass das Auftauen des Permafrosts dafür verantwortlich ist. "Wir müssen das sicher weiter genau beobachten.", betont er dazu auch.
- Am Pilatuskar, oberhalb von Kolm Saigurn, rissen die enormen Wassermassen beim Starkregen am 28.08.2023 einen 70 bis 100 Meter tiefen Graben (Bildmitte) in das Pilatuskar und beförderten das Geröll nach unten ins Tal.
- Foto: WLV/Gebhard Neumayr
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Keine Gebäude gefährdet
24 Hektar wurden in Kolm Saigurn vermurt. Vor allem landwirtschaftliche Flächen würden betroffen sein. Dort liegt jetzt meterhoch das Geröll vom Pilatuskar. Hauptwohnsitze im Tal, das Naturfreundehaus und das Hotel Ammerer waren und sind nicht gefährdet, obwohl noch Unmengen an Material am Berg sind und bei künftigen Unwettern ins Tal befördert werden können, so Gebhard Neumayr.
- Das Hochwasser sorgte für viel Zerstörung in Rauris.
- Foto: WLV/Gebhard Neumayr
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Laserscan soll nächste Woche folgen
In der kommenden Woche möchte sich Landesgeologe Ludwig Fegerl ein detailliertes Bild der Situation über dem Raurisertal beim Pilatussee machen. Es soll eine Laserscan-Befliegung von Georesearch mit einer Drohne im Bereich Sonnblick und Kolm Saigurn geben. Fegerl meint dazu: "Mit diesen Daten lässt sich die Kubatur der Menge des bewegten Geschiebes genauer berechnen. Wir hoffen, dass wir dabei auch Rückschlüsse auf die Mobilisierbarkeit von Material in den Tauerntälern im Oberpinzgau machen können."
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