Brauchtum im Februar
Maria Lichtmess und der heilige Blasius

Darstellung des Herrn im Tempel mit Simeon. | Foto: (AES)/Josef Kral
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Am 2. Februar wird traditionell Mariä Lichtmess gefeiert, ein Fest mit religiösen und bäuerlichen Wurzeln.

PINZGAU. 40 Tage nach Weihnachten, am 2. Februar, wird Mariä Lichtmess gefeiert. Das Fest geht auf den Bericht des Lukas-Evangeliums (Lk 2, 22–40) zurück. Demnach wurde Jesus, wie alle jüdischen Erstgeborenen, kurz nach seiner Geburt von seinen Eltern zum Tempel gebracht und durch ein Opfer dem Herrn „dargestellt“ wurde. Die Bibel berichtet in diesem Zusammenhang auch von der Begegnung mit der Prophetin Hanna und dem greisen Simeon, der Jesus als „Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2, 32) pries. Bis 1912 war Mariä Lichtmess ein offizieller Feiertag und markierte über Jahrhunderte hinweg einen wichtigen Einschnitt im bäuerlichen Arbeitsjahr.

Der Schlenkertag

An diesem Tag begann und endete traditionell das Dienstjahr. Knechte und Mägde erhielten ihren Jahreslohn – ausbezahlt in Geld oder Naturalien wie Kleidung und Schuhen – und entschieden per Handschlag über die Verlängerung oder konnten ihr Dienstverhältnis beenden. Neben dem Jahreslohn erhielt der Dienstbote auch das Dienstbuch, in welchem alle Dienstorte, das Verheilten und die Leistungen der Magd oder des Knechts eingetragen wurden, ausgehändigt. Der Wechsel des Dienstortes wurde "Schlenkern" genannt.

Wer eine neue Stelle suchte, steckte als sichtbares Zeichen den eigenen Löffel an den Hut. Auch zahlreiche Bauernregeln ranken sich um Lichtmess, etwa: „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“, „Ist’s zu Lichtmess klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.“ Oder: „Sonnt sich der Dachs in der Lichtmess-Woch‘, kriecht er noch sechs Wochen in sein Loch.“

Der heilige Blasius

Unmittelbar auf Mariä Lichtmess folgt am 3. Februar der Gedenktag des heiligen Blasius. Seit dem 14. Jahrhundert zählt er zu den 14 Nothelfern im katholischen Heiligenkalender und wird gern zum Schutz vor Halskrankheiten angerufen. Der Blasiussegen, der sich im 16. Jahrhundert entwickelte, wird bis heute in vielen Pfarrgemeinden gespendet. Ein Priester hält dabei zwei gesegnete, in Form des Andreaskreuzes schräg angeordnete brennende Kerzen vor Gesicht und Hals der Gläubigen und spricht dazu die Worte: „Auf die Fürsprache des hl. Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen.“ Blasius wird meist als Bischof mit Mitra, Stab und zwei gekreuzten Kerzen dargestellt. Die Kerzen gehen auf eine Legende zurück, nach der Blasius einer armen Frau ihr von einem Wolf geraubtes Schwein zurückerlangte. Als Dank brachte sie ihm unter anderem eine Kerze dar.

Bräuche und Wetterregeln

Der heilige Blasius gilt als Patron zahlreicher Berufsgruppen, darunter Musiker, Weber, Schneider, Ärzte und Handwerker. Auch verschiedene Bräuche sind mit seinem Gedenktag verbunden. Unter anderem galt der Blasiustag als Winterende, war aber zugleich wegen seines Namens von Wind gefährdet. Das „Windfüttern“ mit Salz oder Mehl sollte dagegen helfen. Auch an diesem Tag gibt es einige Wetterregeln: „St. Blasius ist auf Trab, stößt dem Winter die Hörner ab.“, „Kerzensegen im Schnee, Palmkätzchenweihe im Klee!“ und: „Blasius ohne Regen, folgt ein guter Erntesegen.“

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