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Anna Kendlbacher über das Schneiderhandwerk

Anna Kendlbacher über das Schneiderhandwerk | Foto: Kendlbacher
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Stoffe, Nadel und Nähmaschine begleiten Anna Kendlbacher seit Kindertagen. Heute sind sie Teil ihres Berufs.

PINZGAU. Seit Kindestagen ist die Schneiderei eine große Leidenschaft von Anna Kendlbacher. „Schon als kleines Kind habe ich mit der Nähmaschine meiner Oma genäht. Die Maschine war noch zum Treten, und ich konnte das Pedal gerade so erreichen. Für mich war es jedes Mal das Paradies, wenn meine Oma ihren Schrank voller Stoffe öffnete, ich mir einen aussuchen durfte und daraus etwas für mich genäht wurde oder ich selbst etwas nähen durfte“, erzählt Kendlbacher im Gespräch mit MeinBezirk. Auch während ihrer Zeit in der Landwirtschaftlichen Fachschule in Bruck zählte das Nähen zu ihren absoluten Lieblingsfächern.

Filigrane Arbeiten gehören zu ihren Favoriten. | Foto: Kendlbacher
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Bei der Berufswahl entschied sich Kendlbacher zunächst dennoch gegen die Schneiderei. Sie begann eine andere Lehre, brach diese jedoch wieder ab und arbeitete anschließend zwei Saisonen im Gastgewerbe. In dieser Zeit stieß sie zufällig auf ein Buch, das sie zur Erstkommunion geschenkt bekommen hatte. Darin hatte sie einst festgehalten, dass ihr Berufswunsch das Schneiderhandwerk sei.

"Also entschied ich mich dazu, eine Lehrstelle zu suchen und hatte das Glück, in Bad Hofgastein eine Lehrstelle zu finden", so Kendlbacher. Heute arbeitet sie nicht nur als Schneiderin, sondern gibt ihr Wissen auch weiter: In der Landwirtschaftlichen Fachschule in Bruck unterrichtet sie die Schülerinnen im Nähen.

Foto: Kendlbacher

Handwerk mit Herz

Die Faszination für ihr Handwerk ist bei Kendlbacher bis heute ungebrochen. „Mich begeistert es immer wieder, dass man aus einem Stück Stoff ein Kleidungsstück schaffen kann, an dem andere Menschen Freude haben. Das Geräusch beim Zuschneiden oder wenn die Nähmaschine vor sich hin rattert – da wird mir ganz warm ums Herz“, sagt sie lachend.

Besonders gerne näht sie Dirndl, doch auch detailreiche Stickarbeiten zählen zu ihren Leidenschaften. „Vor allem im Frühjahr gibt es viele Anfragen für Maßanfertigungen zu Festen und Hochzeiten. In den Wintermonaten stehen hingegen Reparaturarbeiten im Vordergrund“, erklärt die Niedernsillerin.

Foto: Kendlbacher

Zukunft der Schneiderei

„Schneider wird es immer geben“, ist Kendlbacher überzeugt, betont aber, dass die Frage ist, in welcher Form es sie geben wird. „Es gibt nur sehr wenige Lehrstellen, bei denen man das Handwerk wirklich fundiert erlernen könnte. Dadurch wird es immer weniger vollständig ausgebildete Fachkräfte geben.“ Besonders bedauerlich findet sie, dass es jedes Jahr Schülerinnen gibt, die gerne eine Lehre beginnen würden, jedoch keine passende Stelle finden. „Am Ende hängt vieles auch davon ab, ob die Menschen unsere Arbeit weiterhin nachfragen und schätzen“, sagt Kendlbacher abschließend.

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