"Pferd beißen Rollstuhl"

Behinderte Kinder ohne Lautsprache kommunizieren mittels Tablet
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BRUCK. Ungläubige aber strahlende Gesichter bei den Vertretern der Sonderschule St. Anton, die in Wien von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid mit dem "Teacher's Award" ausgezeichnet wurden. Die Industriellenvereinigung (IV) vergibt diesen Preis an engagierte Pädagogen, die "täglich herausragende Leistungen erbringen und Vorbild für andere sind".

Spektakuläre Erfolge

Aus über 180 Einreichungen wurden die Preise in vier Kategorien verliehen. Michael Furch überzeugte die Jury mit der Methode behinderten Kindern, die sich nicht artikulieren können, durch Tablets mit speziellen Programmen eine Stimme zu geben. "Unsere aktuelle Erfolgsgeschichte betrifft ein Mädchen ohne Lautsprache, das seit einem Jahr an der Schule ist. Es dauerte mehrere Monate, bis wir das notwendige Spendengeld für ein iPad mit spezieller Kommunikationssoftware gesammelt hatten", schildert der Pädagoge.

Neue Herausforderungen

Seit einem Monat lernt Lisa mithilfe des Sprachgeräts zu kommunizieren und zeigte bereits nach kurzer Zeit erste Erfolge. Nach einem Ausflug der Klasse nach Ferleiten gelang es ihr hinterher zu formulieren: "Pferd beißen Rollstuhl!" Denn tatsächlich hatte ein Pony an ihrem Rollstuhl geknabbert. "Das ist eine großartige Entwicklung und bei entsprechender Förderung wird das Kind sicher noch gute Fortschritte machen", erläutert Furch.
Das Bezirksblatt hat bereits vor einem Jahr über die revolutionäre Methode der Unterstützten Kommunikation (UK) berichtet, seither hat sich viel getan, wie Furch schildert. Viele Eltern, andere Schulen und Institutionen hätten sich sehr interessiert gezeigt, und an Kursen teilgenommen, die in St. Anton mit den Entwicklern der speziellen Software angeboten wurden. Ab Herbst 2018 wird es einen eigenen Lehrgang für UK an der Pädagogischen Hochschule Salzburg geben, an dessen Entwicklung Furch beteiligt war.

"Sprechen" mit den Augen

In St. Anton wird aber bereits der nächste Schritt angestrebt - Kommunikation durch Steuern der Augen, für Kinder, die ihre Arme dazu nicht einsetzen können. "Wir haben im Frühjahr eine Fortbildung zum Thema Augensteuerung an unserer Schule geplant." Die Kosten für den Kurs werden vom Round Table Zell am See getragen. Auch die Mittel für die teuren Geräte müssen durch Spenden aufgebracht werden. Die Schule hofft wieder auf Unterstützer. "Dieser Preis ist ein Zeichen dafür, dass wir am richtigen Weg sind", freut sich Direktor Stefan Aglassinger. "Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit, die diesen Kindern ermöglicht, sich verständlich zu machen. Wir haben einen Prozess in Gang gesetzt und es liegt noch ein langer Weg vor uns."

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