Seid kritisch gegen Stammtischgerede!

LR Martina Berthold und Bgm. Peter Padourek
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ZELL AM SEE. "Wir sind nicht blind", meinte Karl Weber bei der Informationsveranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Zell am See. Der Vizebürgermeister reagierte auf besorgte Stimmen, die den Verantwortlichen vorwarfen, die Situation schön zu reden. Die Politiker erklärten, "es sei locker zu schaffen", 145 Menschen aufzunehmen. Dennoch nehme man die Sorgen der Bevölkerung ernst.

Erfolgsrezept Oberpinzgau

"Hört ihr nicht auf's Volk? Lest ihr keine Leserbriefe?" fragte trotzdem Johann Berger aus dem Publikum im völlig überfüllten Saal der Wirtschaftskammer. Er habe bisher nur Negatives gehört, während die Expertinnen geschildert hatten, dass die Betreuung bisher keine Probleme verursacht habe.
Georgia Pletzer ist für rund 120 Personen von Wald bis Zell am See sowie Rauris und Fusch zuständig. Der Großteil davon seien Männer, die ihre Anweisungen ohne weiteres akzeptiert hätten. "Es müssen natürlich klare Grenzen gesetzt und Regeln vermittelt werden", bisher habe es damit keine Schwierigkeiten gegeben. Seit einem Jahr hat der Regionalverband Oberpinzgau die Betreuung zahlreicher kleiner Quartiere übernommen. In dieser Zeit habe es keine Zwischenfälle mit Anrainern gegeben. Pletzer betont, dass sie persönlich bei allen Quartieren Gespräche mit den Nachbarn geführt habe und diese sie auch jederzeit anrufen könnten, wenn es Probleme gäbe. Tatsächlich habe das bisher noch nie jemand in Anspruch genommen. Für den Erfolg des Projekts sei in ihren Augen die intensive Betreuung verantwortlich: "Wir haben drei Personen für die Betreuung angestellt und sind täglich in den Quartieren. Information ist Alles".

Hilfe und Ablehnung

Ein Teil der Zuhörer schien davon nicht überzeugt bzw. beruhigt zu sein. Obwohl auch Landesrätin Martina Berthold betonte, dass bisher keine Polizeieinsätze notwendig gewesen seien, äußerten einige Zuhörer, dass sie Angst hätten. "Ich mache mir Sorgen, wenn 40 Männer in der Nachbarschaft wohnen", lautete der Tenor. Auch in Einzelgesprächen nach der Veranstaltung schienen die Fronten verhärtet. Während viele Zeller ihre Hilfe anboten, blieben die Skeptiker ablehnend. "Was passiert, wenn noch mehr kommen, dann werden wir untergehen", stellte ein Anrainer fest. Bürgermeister Peter Padourek wies darauf hin, dass Zell 9000 Einwohner aus 72 Nationen hat. Auch Gästebetten gibt es mehr als 9000. "Stellen wir uns doch vor, es kommen drei Busse mit Flüchtlingen. Das kann die Stadt locker bewältigen". Vizebürgermeister Andreas Wimmreuter erklärte, es gäbe bei diesem Thema einen Schulterschluss über alle Parteigrenzen hinweg. "Wir sind keine Schönwetterpolitiker, die Verantwortung herumschieben, sondern zusammenhalten".

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