Tierschutz und Landwirtschaft
"Wir werden den Wolf abschießen"

Robert Zehentner mit Tauernlämmern, die er vor dem Wolf schützen will.
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  • Robert Zehentner mit Tauernlämmern, die er vor dem Wolf schützen will.
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Klimakrise und Artensterben als Resultat der industrialisierten Landwirtschaft. Ein Umdenken wird gefordert.

TAXENBACH/ESCHENAU. Landwirt Robert Zehentner sieht mit der Rückkehr des Wolfes seine Existenz gefährdet. Diese Problematik schilderte er bei einem Besuch von Sebastian Bohrn Mena, dem Initiator des von der SPÖ unterstützten Tierschutzvolksbegehrens auf seinem Hof.

Kein Wolf-Disneyland

Der langjährige Landtagsabgeordnete hat vor vierzig Jahren das Unternehmen "Tauernlamm" gegründet. Da er seinen Betrieb nicht mehr als Vollerwerbsbauer führen konnte, stieg er mit den Schafen auf eine weniger arbeitsintensive Bewirtschaftung um. Die Tiere sind im Sommer im Habachtal, auf einem Almgebiet mit 500 Hektar Fläche. "Dort kann man weder hüten, noch einzäunen. Wenn der Wolf heimisch wird, ist eine Weidehaltung nicht mehr möglich", betont der Politiker. Er macht keinen Hehl daraus, wie er seine Tiere verteidigen will: "Wir werden ihn abschießen und nicht auf Erlaubnis warten", so Zehentner, obwohl Wölfe (noch) streng geschützt sind.

Wie viele Bauern hegt er Vorbehalte gegen Tierschützer, die die Rückkehr des Wolfes begrüßen. "Es gibt radikale Ansichten auf jeder Seite", meint dazu Simone Egger aus Mittersill, stellvertretende Obfrau des Vereins "Pinzgauer Tiernest". Sebastian Bohrn Mena sieht sich als Brückenbauer zwischen Konsumenten und Landwirten. Er sagt, dass es eine Entscheidung geben müsse, ob die heimische Landwirtschaft in dieser Form fortgeführt werden soll, oder ob man ein "Disneyland" mit dem Wolf wolle.

"Mercedes der Lebensmittel"

Bohrn Mena besucht Vorzeigebetriebe wie diesen Hof, weil die Menschen den Bezug zur Herkunft der Lebensmittel verloren hätten. "Die Konsumenten leiden mit den Schafen, die vom Wolf gerissen werden, aber sie nehmen das Schnitzel auf ihrem Teller nicht mehr als Lebewesen wahr." Er fordert mehr Transparenz für Konsumenten und eine tiergerechte Landwirtschaft: "Jeder soll auf einen Blick erkennen können, wo sein Essen herkommt." In jedem Kindergarten, Seniorenheim und Krankenhaus sollen nur noch heimische Lebensmittel verwendet werden.

Bei "Tauernlamm" werden die Tiere auf natürliche Art  gehalten, vor Ort geschlachtet und verarbeitet. Zehentner bietet zwar "den Mercedes unter den Lebensmitteln" an, wie er es formuliert, aber die Billigimporte aus der Massentierhaltung seien eine starke Konkurrenz. "Auch Spitäler schauen auf den Preis, wir beliefern nur das Landeskrankenhaus."

Simone Egger, die in Holland Tiermanagement studiert, berichtet, dass jedes zweite Schnitzel aus holländischen Massenbetrieben stammt. Gemeinsam mit Obfrau Beatrice Caba wird auch die Situation betreffend Tierschutzhaus für den Pinzgau diskutiert. Wie berichtet hat sich der Verein Tiernest jahrelang für diese Einrichtung eingesetzt. Nun soll ein Tierheim im Caritasdorf St. Anton entstehen.

Autor:

Gudrun Dürnberger aus Pinzgau

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