Mehr Gewicht dem Gedicht
Die Bücher, die ich las
- hochgeladen von Albert Etschmaier
Ich seh noch, wie ich saß
in jungen Jahren im Dienst und las
dort am Tisch Max Frisch
und die Welt herum vergaß.
Meine erste Liebe, die Judith hieß,
und bei der ich auf kein Verständnis stieß,
als ich ihr meine Begeisterung nicht verhehlte
und ihr von dieser Begeisterung erzählte -
das Buch, es warf mich um,
doch sie fand meine Begeisterung nur dumm.
Später in der neuen Welt
hab ich mir gleich Bücher bei Joker´s bestellt
und mich mit den Denkern vergangener Zeit
von alten Denkmustern befreit,
denn sie haben mich angeregt
und mein Denken bewegt.
In den nächsten Lesejahren
bin ich auch auf Irrwegen gefahren,
Wie Odysseus hin und her
im schier endlosen Büchermeer.
Dann auf meinem Schoß,
die Faszination war riesengroß,
als wir gemeinsam über das Bilderbuch gebeugt,
uns daran erfreut.
Pippi, Franz und die andern Helden,
die waren uns bekannt
wie die Büchereien von Taxenbach, Bruck, Saalfelden,
denn die sind wir regelmäßig eingerannt.
Die Zeit, wie sie verging,
wobei ich stets an einem Buch hing:
in der Früh, vorm Schlafen gehn,
am Klo, im Zug, beim Auf-dem-Bahnsteig-stehn,
ein Buch, mein notwendiges Accessoire,
war wie ein Freund für mich da.
Ja, seit dem oben erwähnten Tag
hab ich viele Bücher angeschart,
hab ich viele Bücher weggegeben.
Was blieb war die Impression
von diesem einen Lohn:
die Bereicherung für mein Leben.
Bücher sind ein Schatz der Kultur
und so vielfältig wie die Natur.
Sie belehren, informieren, machen Spaß
und sind manchmal wie Kerzenlicht.
Und darum stört nicht dieses Gedicht
über die Bücher, die ich las.
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