12.04.2018, 13:35 Uhr

Ball ohne Alkohol: Schüler mit Vorbildwirkung

Ballorgansatorin Christine Zandl (Mitte) mit Celina Oberlechner, Thomas Wechselberger, Christoph Fleißner und Victoria Hochwimmer.
BRUCK.  Der Abschlussball der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) in Bruck hatte vor zehn Jahren noch das Flair einer Bierzeltveranstaltung und glich einem kollektiven Besäufnis, wie Lehrerin Christine Zandl offen schildert. Sie habe sich dafür geschämt, ergänzt Direktorin Ulli Winding, und sei meist nach der Eröffnung wieder gegangen. Wahlweise fand der so genannte Ball in einem Zelt am Gelände der Schule, in Wirtshäusern und auch in der Rieder Halle statt. Stets mit den gleichen unerfreulichen Auswirkungen und Vorfällen.

Erfolg mit neuem Konzept

2010 forderte die Direktorin schließlich ein Umdenken. Sie überzeugte die Pinzgauer Bauernschaft davon gemeinsam mit der Schule einen stilvollen Ball in einem würdigen Rahmen abzuhalten und schlug das Ferry Porsche Congress Center in Zell am See vor. Bezirksbäuerin Helene Zehentner kannte den Ball von den eigenen Kindern und war daher von der Idee eines neuen gemeinsamen Konzepts sofort angetan. "Diese generationenübergreifende Zusammenarbeit hat sich in all den Jahren seither bewährt", stellt Zehentner fest. "Wir hatten anfangs Bedenken, ob wir es schaffen würden, den Saal zu füllen, aber der Ball war von Anfang an eine Erfolgsstory. Heute könnten wir doppelt so viele Karten verkaufen", freut sich Winding.

Strenge Vorgaben

Von Beginn an wurden strenge Richtlinien vorgegeben, z.B. gibt es einen Dresscode für Absolventen und Gäste. Abendkleidung oder Tracht ist Pflicht, Jeans sind tabu. Das habe in den ersten Jahren zu Diskussionen geführt, habe sich aber inzwischen gut etabliert, so Winding. Seit fünf Jahren unterstützt "Ballmutter" Christine Zandl das jeweilige Ballkomitee bei der Organisation. Der Ball für 1.200 Gäste hat inzwischen nicht nur Erlebnischarakter, mit vielen kreativen Ideen der Schüler, sondern ein ausgesprochen hohes Niveau. Das veranlasste die Schule dazu, sich für das Gütesiegel "FeierFest" zu bewerben.

Vorbildliche Festkultur

Wie berichtet wird diese Auszeichnung für Veranstaltungen vergeben, die strenge Auflagen erfüllen. Der Arbeitskreis Suchtprävention Pinzgau will mit dieser Initiative eine neue Feier- und Festkultur etablieren. Dabei wird vor allem auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol Wert gelegt. Erstmals vergeben wurde das Gütesiegel 2017 an die Veranstalter des Motorradfestivals "Club of Newchurch".

"Es ist großartig, dass wir jetzt einen Schülerball mit dem 2. Siegel auszeichnen können, denn dieses Siegel hat einen hohen Wert und wird nicht leichtfertig vergeben", zeigte sich Regionalmanager Michael Payer begeistert. "Die Schüler verdienen großen Respekt". Er war gemeinsam mit Johannes Schindlegger von "Akzente Pinzgau" als Kontrolleur am Ball und überprüfte die Einhaltung der "FeierFest" Richtlinien.

"Wir gratulieren zu diesem tollen Fest. Der Ball hat ja bereits vorher die meisten der Kriterien erfüllt, die Organisatoren mussten daher nicht viel ändern," so Schindlegger. Er lobt auch die sprühenden Ideen der Schüler, wie die "Flirtzone", wo man durch Buttons mit lustigen Sprüchen miteinander in Kontakt kommen konnte. Er hofft, dass dieses positive Beispiel auch bei anderen Schulen Wirkung zeigen wird.

Respekt vor den Organisatoren

Bei der feierlichen Übergabe der Urkunden standen die verantwortlichen Absolventen der LFS im Mittelpunkt. "Es war sehr viel Arbeit, neben dem Schulalltag noch den Ball zu organisieren", berichtet Celina Oberlechner vom achtköpfigen Ballkomitee. "Das war eine große Herausforderung, aber wir haben auch viel für's Leben gelernt", meint die Rauriserin. "Alle Schüler der Abschlussklassen haben zusammen geholfen und auch alles selber gemacht", ergänzt Thomas Wechselberger aus Wald.

Alle 112 Schüler haben sich zudem schriftlich verpflichtet, während der Veranstaltung keinen Alkohol zu trinken. Nüchtern zu bleiben sei ihnen nicht schwer gefallen, versichern die Mitglieder, schließlich trage man bei einem Fest in diesem Rahmen viel Verantwortung. Das Geld, das beim Ball eingenommen wurde, wird für die Abschlussreise nach Mallorca verwendet. Hätte sich jemand nicht an diese Abmachung gehalten, hätte er von den Einnahmen nicht profitieren dürfen.

"Unser Ball soll Vorbild für andere Schulveranstaltungen in ganz Salzburg sein", freut sich Direktor Christian Dullnigg. "Dass wir das Gütesiegel erhalten haben, zeigt, dass die Schüler ein großartiges Event auf die Beine gestellt haben und wir auf dem richtigen Weg sind", so Direktor Christian Dullnigg.  Man werde sich der Verantwortung auch beim nächsten Ball am 20. Oktober 2018 wieder würdig erweisen.


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Peter Würti aus Pinzgau | 13.04.2018 | 05:45   Melden
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Gudrun Dürnberger aus Pinzgau | 13.04.2018 | 09:10   Melden
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