11.04.2017, 17:30 Uhr

Tauernklinik: "Leih-Ärzte" zur Überbrückung des Mangels

Gute Gesprächsbasis: LH. Wilfried Haslauch, Dr. Peter Pozgainer und LH-Stv. Christian Stöckl im KH Mittersill.
MITTERSILL. Eines stellt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) bei der Besichtigung des Krankenhauses Mittersill von Anfang an klar: "Das Tauernklinikum gehört uns nicht, darum können wir nicht Nägel mit Köpfen machen". Derzeit wird mit den Eigentümern, der Stadt Zell am See, über die Zukunft des Hauses verhandelt. Das Tauernklinikum soll bekanntlich in die Salzburger Landeskliniken (SALK) eingegliedert werden. Es werde nur übernommen, wenn die Situation mit der Privatklinik Ritzensee geklärt ist, betont LH-Stv. Christian Stöckl. "Es kann nicht sein, dass sich hier jemand die Rosinen herauspickt, während Mittersill und Zell am See den Versorgungsauftrag erfüllen müssen", sind sich Haslauer und Stöckl einig.

Schwieriger Ärztemangel

Unabhängig von diesen Verhandlungen, die bis Juni 2017 abgeschlossen sein sollen, werden die Sanierungsarbeiten in Mittersill begonnen und die frei werdenden Positionen nach besetzt. Es wird gemunkelt, dem Krankenhaus laufen die Ärzte davon. Fakt ist, so die Politiker, dass drei Fachärzte der internen Station weggehen. Zwei davon erhalten eine Stellung als Primar, diese Entscheidung sei daher aus beruflichen Karrieregründen gefallen, und nicht aufgrund der Situation im Krankenhaus. "Keine Frage, das wird eine große Herausforderung, neue Ärzte zu finden. Wir werden versuchen, einen zusätzlichen finanziellen Anreiz zu bieten, wenn notwendig gibt es einen 'Regionalbonus'", versichert Haslauer. Der ärztliche Leiter des Tauernklinikums, Dr. Peter Pozgainer, wird dem Haus ebenfalls den Rücken kehren. Aus rein privaten Gründen, und mit Bedauern, wie er versichert. Kollegen kann er die Tauernklinik nur empfehlen.

Aushilfe durch Leih-Ärzte

"Gerade die größere Einheit bringt viele Vorteile mit sich und ist vor allem hinsichtlich der Ausbildung ein gutes Argument." Kurzfristig werde man die schwierige Phase, bis die freien Posten nach besetzt werden können, mit Vermittlungsagenturen überbrücken. Auf "Leih-Ärzte" habe man schon öfter zurückgegriffen, das System habe sich gut bewährt. "Wenn ständig am Standort gezweifelt wird, bewerben sich die Leute natürlich nicht", ärgert sich der Landeshauptmann und hofft, dass jetzt nicht länger aus politischen Motiven Angst geschürt werde. "Wir brauchen diese kleinen Häuser dringend für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung, darum bekennen wir uns auch ganz klar zum Standort Mittersill." Es wird ein medizinisches Konzept für die Zukunft erstellt, das auf Basisversorgung und tagesklinische Behandlung setzt. Die Bagger werden zwar noch nicht morgen auffahren, aber die zwei OP-Säle werden errichtet, sobald die Ausschreibung und die Behördenverfahren abgewickelt sind. Ein Spezialist des Landes wird die Projektleitung übernehmen.

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