Der Aktion 20.000 droht das Ende: Förderanträge vorerst unterbrochen

Die Beschäftigungsaktion 20.000 ist gestoppt, die Zahl der Langzeitarbeitslosen über 50 Jahre ist aber weiterhin hoch.
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PONGAU (aho). Der Aktion 20.000, die Langzeitarbeitslose über 50 Jahren wieder ins Berufsleben zurückbringen sollte, droht unter der neuen Bundesregierung das Ende. Der Pongau, der wegen seiner steigenden Zahl an Betroffenen als Pilotregion dieses Projekts gedient hatte, ist unmittelbar davon betroffen.
Seit 1.1.2018 sind für die Aktion 20.000 keine weiteren Förderfälle mehr möglich. "Ob die Aktion, die ursprünglich bis Juni 2019 laufen sollte, nun in redimensionierter Form weitergeführt oder gänzlich gestoppt wird, entscheidet die Regierungsklausur", weiß Thomas Burgstaller, Leiter des AMS Bischofshofen.

43 Arbeitsplätze geschaffen

Bisher war die Beschäftigungsaktion im Pongau sehr erfolgreich: "Das Ziel für die Pilotregion waren 40 neue, gemeinnützige Arbeitsplätze im Jahr 2017. Dieses Ziel haben wir mit 43 neuen Beschäftigungen in der betroffenen Altersgruppe erreicht. Bewilligte Anträge vor dem 31.12.2017 sind in die Zahl eingerechnet", bestätigt Burgstaller. "Damit ist es uns gelungen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen ab 50 Jahren um rund 25 Prozent zu senken. Derzeit sind 99 Langzeitarbeitslose im Pongau vorgemerkt, zum Start der Aktion im Juli waren es noch 133."

Laufende Förderungen abgesichert

Während das weitere Vorgehen noch am seidenen Faden hängt, müssen betroffene Einrichtungen zumindest um bereits zugesagte Förderungen nicht bangen: "Laufende Förderungen sind bis 30. Juni 2019 veranschlagt, finanziert und somit formal abgesichert", sagt Burgstaller.
Ein Blick in die Daten des Salzburger Arbeitsmarkts vom Dezember zeigt, dass bei der landesweiten Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe ab 50 Jahren eine leichte Entlastung im Ausmaß von minus 2,3 Prozent spürbar war. Allerdings steigt die Zahl Langzeitarbeitsloser mit plus 10,8 Prozent weiterhin deutlich. Knapp die Hälfte dieser 1.318 Betroffenen ist 55 Jahre oder älter, ihre Zahl hat um zwölf Prozent zugenommen. 

Kritik von SPÖ-Chef Steidl

Empört über das voraussichtliche Ende der Aktion 20.000 zeigt sich Salzburgs SPÖ-Chef Walter Steidl: „Die neue Bundesregierung raubt mehr als tausend Langzeitarbeitslosen eine echte Jobperspektive, nur weil sie um jeden Preis verhindern will, dass sich die Aktion 20.000 als SPÖ-Erfolg herausstellt. Die ursprünglich geplanten weiteren 300 Arbeitsplätze für Salzburg, die nun dank ÖVP und FPÖ doch nicht geschaffen werden, betreffen 300 Einzelschicksale.“

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Die Beschäftigungsaktion 20.000 ist gestoppt, die Zahl der Langzeitarbeitslosen über 50 Jahre ist aber weiterhin hoch.
Thomas Burgstaller, Leiter des AMS Bischofshofen.

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