EU-Projekt „Re:GenTravel“
Wagrain-Kleinarl entwickelt ersten KI-Regenerationscoach
- Das Tool soll Gästen nicht nur Orientierung bieten, sondern vor allem eine individuell zugeschnittene Begleitung zur Regeneration ermöglichen.
- Foto: Erwin Trampitsch
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Wagrain-Kleinarl setzt auf künstliche Intelligenz, um Urlauberinnen und Urlauber individuell bei der Erholung zu begleiten. Im Rahmen des EU-Projekts „Re:GenTravel“ entsteht der erste KI-Regenerationscoach, der persönliche Bedürfnisse erkennt und maßgeschneiderte Tipps für mehr Lebensqualität liefert.
WAGRAIN/KLEINARL. In der Tourismusregion Wagrain-Kleinarl entsteht derzeit ein neuartiges digitales Tool: Im Rahmen des dreijährigen, grenzüberschreitenden EU-Projekts „Re:Gen Travel – Regeneration, Tourismus und Lebensqualität in der EUREGIO“ entwickelt die Destination gemeinsam mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (PMU) den ersten KI-basierten Regenerationscoach. Das Tool soll Gästen nicht nur Orientierung bieten, sondern vor allem eine individuell zugeschnittene Begleitung zur Regeneration ermöglichen.
Wolfgang Wild, Leiter Kommunikation bei Wagrain-Kleinarl Tourismus, beschreibt die Dynamik hinter dem Projekt: „Wir erleben gerade, wie sich eine Idee in etwas Größeres verwandelt. Erholung ist mehr als das Urlaubsmotiv Nummer 1 – sie ist ein gesundheitlicher Schlüsselfaktor und eine menschliche Qualität, die in unserer beschleunigten Welt zunehmend unter Druck steht. Die Erschöpfung in unserer Gesellschaft nimmt stetig zu, gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach echter Erholung. Doch im Urlaub werden Gäste mit diesem Wunsch oft allein gelassen. Genau hier setzen wir an.“
- KI nimmt auch im Tourismus eine größere Rolle ein.
- Foto: agsandrew/panthermedia
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KI-Coach als individuelle Urlaubsbegleitung
Der KI-Regenerationscoach soll Urlauberinnen und Urlauber individuell begleiten, sowohl während ihres Aufenthalts als auch darüber hinaus. Wagrain-Kleinarl hat in Zusammenarbeit mit der PMU bereits sieben Regenerationszonen mit über 75 Regenerationsplätzen identifiziert und deren Wirkung wissenschaftlich analysiert. Das digitale Tool wird anhand dieser Erkenntnisse entwickelt und soll als lernfähiger Coach auf die Bedürfnisse der Gäste reagieren.
Wild betont, dass es nicht um Produktvorschläge oder Programmpunkte gehe: „Sondern um ein echtes Coaching. Der digitale Coach begleitet die Menschen durch Gespräche, Fragen und einfache Übungen dabei, wieder in Kontakt mit der Natur zu kommen. Unterstützt durch das Coaching kann die Natur unserer Region ihre volle Wirkung entfalten und die Menschen wieder mit ihrer eigenen menschlichen Natur, die aus dem Alltag zusehends gestrichen wird, in Verbindung bringen – also mit sich selbst und mit dem, was wirklich gut tut und wirklich zählt im Leben.“
Für die Entwicklung des Tools arbeitet Wagrain-Kleinarl mit Anna Schaffner, britische Erschöpfungs-Coach und Autorin des 2024 erschienenen Buchs „Erschöpft“, zusammen. Gemeinsam wird der Coach entlang realer Coachingprozesse trainiert, reflektiert und weiterentwickelt. „Im Urlaub nimmst du dich bewusst für einen Zeitraum aus deinem Kontext heraus, gehst in ein neues Setting und eine neue Lebenszeit-Erfahrung. Ideale Voraussetzungen für einen Coach, denn wer auf Urlaub geht, öffnet bewusst die Tür zu persönlicher Veränderung“, erklärt Schaffner.
- Wagrain-Kleinarl arbeitet an einem neuen KI-Projekt.
- Foto: Wagrain-Kleinarl Tourismus/Eduardo Gellner
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Kein Ersatz für menschliche Begleitung
Der KI-Coach ersetzt keinen menschlichen Kontakt, sondern setzt auf die Förderung menschlicher Qualitäten. Wild sieht darin einen logischen nächsten Schritt: „Wenn wir ernst nehmen, dass Regeneration zu den zentralen Zukunftspotentialen der Menschheit gehört, müssen wir neue Wege gehen – auch technologisch.“ Schaffner ergänzt: „Was mich an diesem Projekt reizt, ist, dass mit dem KI-Coach ein Werkzeug geschaffen wird, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt – der Mensch in seiner konkreten aktuellen inneren und äußeren Situation, in Bezug zu einem konkreten Ort, zu einem konkreten – auch sozialen – Umfeld, wodurch sich die Wirkung der Erholung durch das Coaching optimal entfalten kann. Der KI-Coach bringt nicht nur Lebensqualität zurück, sondern macht Regeneration erstmals skalierbar.“
Potenzial für die Tourismusbranche
Eine mögliche Weiterentwicklung könnte die klassische Gästekarte ersetzen: Anstelle von pauschalen Angeboten würde der Coach kontextbasierte Empfehlungen liefern, abhängig von Stimmung, Bedürfnissen, Umweltreizen oder Tagesverfassung. „Das eröffnet dem Tourismus völlig neue Wege in Richtung qualitativer Angebotsnutzung, Individualisierung und Wirkungsmessung“, erläutert Stefan Passrugger, Tourismusdirektor von Wagrain-Kleinarl.
Das Projekt entsteht direkt aus der Praxis heraus, nicht am Reißbrett, und nutzt digitale Tools, um die Mission der Region – Regeneration – zu verstärken. Passrugger sieht in der Entwicklung ein großes Potenzial: „Wir begleiten die Menschen dabei, Regeneration als Teil ihres Lebens wirksam werden zu lassen – nicht durch Befehl oder Überforderung, sondern durch eine mit hochrangigen Coaches und Therapeuten entwickelte Dialogmethode, die zwischen den Zeilen liest und so persönliche Entwicklung hin zu mehr Lebensqualität fördert.“
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