10.03.2017, 14:03 Uhr

So versteht Ihr Tier sein Herrl

ÖHV-Obmann Michael Holzer mit Hündin Aemy. (Foto: Waculik)

Die gängigsten Missverständnisse zwischen Tier und Mensch – und darauf sollten Sie beim Hundekurs achten.

REGION PURKERSDORF (an). Er wedelt mit der Rute, weil er sich freut, dass sein Herrchen nach Hause kommt. Wenn die Katze jedoch mit ihrem Schwanz schlägt, wird sie bald auch ihre Krallen ausfahren. Im zweiten Teil der Serie "Mein bester Freund" zeigen wir gängige Missverständnisse auf, versuchen das Haustier zu verstehen und geben einen Überblick über Erziehung und Bewegung. Dazu sprachen die Bezirksblätter mit Hundetrainerin Bina Lunzer und sahen sich im Hundesportverein Purkersdorf um.

Liebesbekundung als Bedrohung

"Mensch und Tier begrüßen sich unterschiedlich. Menschen umarmen sich, Hunde schnüffeln aneinander", erklärt Hundetrainerin Bina Lunzer. Hunde können Liebesbekundungen, wie z. B. das Umarmen, auch als Bedrohung wahrnehmen: "Es ist von Vorteil, wenn man als Hundebesitzer die Körpersprache seines Hundes lesen kann." Auch Streicheleinheiten sind vom Hund nicht immer gewünscht. Möchte man einen fremden Hund streicheln, sollte man vorher Kontakt zum Besitzer aufnehmen. Wichtig ist, den Hund nicht zu fixieren und sich ihm langsam zu nähern. "Ist man sich nicht sicher, kann man seine Hand fünf Sekunden nach der ersten Berührung wegziehen und die Reaktion des Hundes abwarten." So kann das Tier zeigen, ob die Berührung als angenehm empfunden wird.

Training stärkt die Bindung

Der Obmann des Hundesportvereins Purkersdorf, Michael Holzer, empfiehlt unbedingt Kurse zu besuchen: "Der Hund lernt nicht nur, es stärkt auch die Bindung zwischen Tier und Mensch." Wichtig bei der Auswahl sei jedoch eine nachgewiesene Qualifikation, denn "jeder kann sich in Österreich Hundetrainer nennen". In Kursen des Hundesportvereins werde auf klassische Konditionierung gesetzt, so Holzer: "Der Hund lernt durch positive Erlebnisse mit angenehmer Stimmung." Auch Bina Lunzer bietet viele Kurse an. Sie weiß: "Die Liste der Dinge, die ein Hund heute können muss, ist lang." Wichtig sei anfangs die Sozialisation, Beißhemmungstraining und die Aufregung des Hundes in Zaum zu halten. Auch unerwünschtes Jagdverhalten und Leinenzerren stehen im Welpenkurs am Plan. Bina Lunzer hält fest: "Ein Hund kommt ohne Betriebsanleitung. Man muss ihn auch selbst erziehen – trotz Besuch einer Hundeschule."

ZUR SACHE:

Im Ortsbereich gilt in ganz NÖ die Pflicht den Hund an der Leine oder mit Maulkorb zu führen, sowie dessen Exkremente unverzüglich zu beseitigen. Dazu zählen u. a. Siedlungsgebiete, öffentliche Verkehrsmittel, Parkanlagen sowie Einkaufszentren.

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