14.02.2018, 18:36 Uhr

Über 22.000 Schusswaffen gibt es im Bezirk St. Pölten

Die Niederösterreicher sind Österreichs Waffennarren: Über 78.000 besitzen derzeit zumindest eine Schusswaffe

REGION PURKERSDORF. Die Zahl der in Österreich registrierten Schusswaffen ist im Vorjahr auf über eine Million gestiegen. 1.023.037 Pistolen, Revolver, Büchsen und Flinten waren zum Stichtag 1. Jänner 2018 im Zentralen Waffenregister (ZWR) vermerkt. Die meisten Waffenbesitzer sind in NÖ zu Hause. 78.405 Personen und 285.275 Waffen waren es zu Jahresbeginn.

Tendenz steigend

Der Trend: steigend. Doch warum bewaffnen sich immer mehr Menschen in unserem vermeintlich sicheren Land? Die BEZIRKSBLÄTTER haben nachgefragt. In der Region Leute zu finden, die eine Waffenkarte bzw. Pass besitzen, stellte sich bei der Recherche als heikles Thema heraus. Natürlich waren einige Waffenbesitzer bereit Auskunft zu geben, jedoch wollten alle anonym bleiben.

Selbstschutz oder Sportschütze

Manche der Waffenbesitzer befürchteten falls sie ein Interview samt Foto zulassen, am nächsten Tag von Nachbarn schief angesehen zu werden. Ein 55-jähriger Pressbaumer erklärte sich dennoch bereit, sich mit der Redakteurin zu treffen. Er besitzt legal mehrere Waffen, zeigt uns seinen Waffenpass. "Mich dürfen Sie aber bitte nicht fotografieren," mahnt er die Redakteurin. Ein Gewehr ist sein besonders "Schätzchen". Das habe ich 30 Jahre, es hat meinem Vater gehört, und ich halte es in Ehren! Es wird selten abgefeuert, danach feinsäuberlich geputzt und ordnungsgemäß verwahrt", erzählt er.

Sport oder Selbstschutz

Einige haben also eine Waffe und gehen damit ihrem Hobby als Sportschütze nach, andere haben sich erst eine Waffe zugelegt, als die Flüchtlingskrise über unser Land hereinbrach und Menschenmassen aus anderen Kulturen in unser Land strömten. Berichte über Überfälle, Vergewaltigungen, Übergriffe auf Privatbesitz usw., machten vielen Menschen Angst.

Angst vor Übergriffen

Laut Auskunft von "Waffen Eibl" in St. Pölten ist dies, sowie das verschärfte Waffengesetz der Hauptgrund, warum sich in den letzten zwei, drei Jahren viele Private bewaffnet haben.

Wenn Waffen zum Job gehören

Ein Berufsdektektiv aus Wien-Umgebung erzählt: "Ich bin Waffenpassbesitzer, nach staatlicher Prüfung zur Ausübung aller Gewerbeteile einer Detektei berechtigt - es gibt nämlich auch Detektive, die eine eingeschränkte Gewerberechtigung haben und keine Waffe brauchen (z.B. Ermittler im Versicherungswesen). Meine Mitarbeiter und ich, wir dürfen alle eine Waffe führen - das bedeutet, dass diese zwar geladen ist, aber verdeckt mitgeführt werden muss. Bei uns kommt es im Schnitt ein bis zweimal jährlich vor, dass wir eine Waffe mitführen, z.B. auf Kundenwunsch, Personenschutz oder in heiklen Fällen zum Selbstschutz. "Ich bin froh, dass weder ich noch meine Mitarbeiter die Waffe bisher einsetzen mussten."
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John Red aus Innere Stadt | 16.02.2018 | 23:45   Melden
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