22. Mai in Ried
"INN Erinnerung": Eröffnung zweier Gedenkausstellungen
- Ein Werk von Roman Erich Petsche.
- Foto: Ammerer
- hochgeladen von Raphael Mayr
Das Museum Innviertler Volkskundehaus und der Gedenkort Charlotte-Taitl-Haus sind am Interreg-Projekt "verbINNdungen" beteiligt und laden am 22. Mai zur Eröffnung zweier Ausstellungen.
RIED. Der Abend beginnt um 18 Uhr im Charlotte-Taitl-Haus. Dort wird die Kunstinstallation "Judis" von Michaela Hartnack-Dachauer präsentiert. Lokalhistoriker Gottfried Gansinger wird dazu aus seinem Geschichtswissen erzählen. Eine Stunde später geht es für die Interessierten ins Innviertler Volkskundehaus, wo künstlerische Werke von Franz Pixner und Roman Erich Petsche ausgestellt sind. Zu Pixners Werken wird Irene Filip vom Spanienarchiv des österreichischen Widerstands eine Laudatio halten. Leopold Heinrich Ammerer wird zu den Malereien von Petsche einige Worte sagen.
- Ein Werk von Roman Erich Petsche.
- Foto: Ammerer
- hochgeladen von Raphael Mayr
Die Ausstellung wird von der Kulturabteilung der Stadt Ried organisiert. Die Projekte sind nach der Eröffnung bis zum 13. September in den jeweiligen Orten zu begutachten.
Zu den Künstlern
Franz Pixner war Sohn eines Rieder Bäckermeisters und in den 30er Jahren Vorsitzender der sozialistischen Arbeiterjugend in der KPÖ. 1935 folgte eine Festnahme wegen Betägigung für die illegale "Rote Hilfe". 1937 kämpfte er in Spanien mit den Brigaden gegen das Franco-Regime und emigrierte 1939 nach Großbritannien. 1946 kam er nach Wien zurück und nahm das Studium der Bildhauerei unter Fritz Wotruba wieder auf.
Roman Erich Petsche lebte in Ried und diente als Offizier in der Wehrmacht. Bei der Besetzung von Novi-Sad 1944 half er den zwei jüdischen Mädchen Miriam und Hava unter Einsatz seines Lebens zur Flucht. Nach dem Krieg ließ er sich zum Lehrer ausbilden und kehrte nach seiner Pensionierung nach Ried zurück. Außerdem zeichnete ihn der Verein Yad Vashem 1983 als "Gerechter unter den Völkern" aus.
Michaela Hartnack-Dachauer war die Großnichte des Rieder Malers Wilhelm Dachauer. Sie lebte in Bogen bei Straubing (Bayern) und wirkte von 2002 bis zu ihrem frühen Tod als Lehrerin für Deutsch und Kunsterziehung am Institut für Hörgeschädigte Straubing mit. Die Künstlerin bewegte das Schicksal des noch nicht einmal drei Jahre alten Mädchens Judis so sehr, dass sie umgehend die Installation „Judis“ schuf, die im Lern- und Gedenkort Charlotte-Taitl-Haus zu sehen ist.
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