18.05.2016, 12:21 Uhr

Zu schade für die Tonne

Landesrat Rudi Anschober und Oö. Lebensmittelaufsichtsorgan Rudolf Schwaiger zeigen, wie viele Lebensmittel in oberösterreichischen Haushalten im Restmüll landen. (Foto: Land OÖ/Grilnberger)

Lebensmittelverschwendung kostet jeden etwas, schadet der Umwelt und dem Klima durch unnötig verbrauchte Ressourcen.

BEZIRK. Jede Person in Oberösterreich wirft jährlich rund 15,6 Kilogramm Lebensmittel in die Restmülltonne. Hochgerechnet auf das ganze Bundesland ergibt dies jedes Jahr 22.500 Tonnen Lebensmittel-Müll. Am häufigsten wird Gemüse weggeworfen, gefolgt von Brot & Gebäck, Süß- und Backwaren, Molkereiprodukten sowie Fleisch. Der Wert dieser weggeworfenen Lebensmittel entspricht zirka 300 Euro pro Haushalt. Dazu kommen noch Lebensmittelverschwendung im Handel, in der Außer-Haus-Küche oder schon bei der Produktion. Umwelt-Landesrat Rudi Anschober hat deshalb die Halbierung des Lebensmittel-Abfalls in Oberösterreich bis 2020 zum Ziel.

Maßnahmen, um das Ziel zu erreichen

Initiativen, um dieses Vorhaben zu erreichen, gibt es bereits einige. Neben der Datenanalyse tragen unter anderem Foodsharing, Fair-Teiler (Lebensmittel-Tausch-Kühlschränke) oder FoodCoops dazu bei, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Bei der Info-Kochshow "Kochtopf statt Mistkübel" zeigt Anschober, wie einfach und schmackhaft Lebensmittel-Müll vermieden werden kann. Denn krumme Gurken schmecken genauso gut wie gerade und das Joghurt ist oft sogar sogar noch Wochen nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ein Genuss. Bei der Kochshow wird gezeigt, informiert und gekostet, was man aus Lebensmitteln kocht, die sonst im Müll landen.
Das oberösterreichische Umweltressort hat Initiativen gestartet wie das Koch- und Lesebuch "Besser Essen – Mit Genuss die Welt verändern", Urban Gardening-Gemeinschaftsgärten, Schulgartenwettbewerb, den Fleischfrei-Tag, die Handy-App "Gutes Finden" und mehr.

Mindesthaltbarkeitsdatum adé?

Eine wichtige Entscheidung zur Lebensmittelmüll-Vermeidung könnte bald auf EU-Ebene fallen. Mitgliedsstaaten haben den Vorschlag eingebracht, bei manchen, unbedenklichen Produkten auf die Ausweisung des Mindesthaltbarkeitsdatums zu verzichten. "Ich unterstütze diese Maßnahme. Nudeln, Reis oder Kaffee sind über Monate oder Jahre haltbar, verlieren höchstens ein bisschen Aroma. Hier muss man Konsumenten nicht durch das Mindesthaltbarkeitsdatum irritieren, das oftmals falsch ausgelegt wird. Viele werden diese Produkte dann weg. Hier kann man Lebensmittelmüll gut vermeiden. Keinesfalls darf aber die Verbrauchsfrist bei leicht verderblichen Produkten wie Frischfleisch entfernt werden", sagt Anschober.


Einfach Tipps für Konsumenten

Einkaufen mit Einkaufszettel: So wird festgehalten, was man wirklich braucht, anderen Versuchungen gibt man weniger Chance.

Mengenlockangebote vermeiden: Auch wenn man nur ein Joghurt bräuchte, verlocken Aktionen wie "nimm 3, zahl 2" zum Kauf von mehr. Allzu oft landen diese "Fehlkäufe" dann im Müll.

Lebensmittel richtig lagern: Brot in Naturmaterialien, Fleisch, Wurst und Milchprodukte in ununterbrochener Kühlung, Obst und Gemüse bei kühlen Temperaturen, etc.

Lernen Sie, mit Restl-Rezepten übriggebliebene oder angebrochene Lebensmittel zu genießen.
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