Lange Nacht der Worte: Dunkelmess am Unterkagererhof

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15 Literaten lasen am Unterkagererhof die Nacht durch – von Sonnenuntergang bis -aufgang.

AUBERG (anh). So manch einer vermutete hinter der Bezeichnung "Dunkelmess" eine ominöse, schwarze Messe. Doch nichts dergleichen. Stattdessen wurde der Dunkelheit am Unterkagererhof mit Worten begegnet. Zugegeben, etwas skurril klang auch dies. Für verrückte Ideen sind die Initiatoren Helmut Eder und Gotthard Wagner aber ohnehin schon bekannt. Und so machten es sich Ende November 15 Autoren, Musiker, Literaturbegeisterte und Neugierige in der heimeligen Stube gemütlich und lauschten von Sonnenuntergang bis -aufgang den Worten, die sich wie Nebelschwaden Schicht für Schicht auf sie herabließen und sich für die Sonne am Morgen dann wieder lichteten. Zu jeder vollen Stunde – oder bei jedem Gong – wechselten die Literaten und für den Zuhörer eröffnete sich erneut eine völlig andere, literarische Welt. So konnte man in dieser Nacht in gleich mehrere solcher Literatur-Universen eintauchen. Und immer wieder dazwischen Musik. Und immer wieder dazwischen inspirierende Gespräche. Und manchmal dazwischen auch eine kleine Auszeit im Bettensaal. Die Sonne begrüßte man gemeinsam draußen auf der Obstwiese, während der erste Kaffee durch den Filter tropfte. Ein farbenprächtiger Sonnenaufgang machte die Sache – nach einer Vollmondnacht inklusive Lagerfeuer – noch mystischer. Mit dem Frühstück setzte man der Lesenacht einen gemütlichen Schlusspunkt.

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