Sexlinger siegt solo
Peter Sexlinger radelt 560 km unsupported zum Sieg in Oberösterreich
- Foto: Jure Gasparic
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Peter Sexlinger ist der Sieger der RAA Challenge unsupported. Nach 560 Kilometern rund um Oberösterreich ohne Unterstützungsfahrzeug holt der den Sieg. Seine Zeit: 19,08 Stunden.
ROHRBACH-BERG. In den vergangenen Jahren feierte Peter Sexlinger Team-Erfolge sowie Einzelerfolge im Ultra-Radfahren. Er ist außerdem Vizestaatsmeister und war einmal Dritter bei den Staatsmeisterschaften. Beim RAA war er einmal im Team erfolgreich und zweimal als Betreuer. Ein großer Einzelsieg beim RAA fehlte ihm aber noch: Und diesen hat er sich vorigen Mittwoch eindrucksvoll geholt. 560 Kilometer und 6.500 Höhenmeter rund um Oberösterreich absolvierte er auf dem Rad bei der RAA Challenge in der Kategorie unsupported. Das Besondere dabei: Es gibt kein Begleitfahrzeug und kein Betreuerteam. Sexlinger war ganz auf sich alleine gestellt.
Achterbahnfahrt der Gefühle
Und doch nicht ganz: Die Fans, Bekannte, Freunde und Familie, entlang der Strecke waren es, die ihn lautstark motiviert und getragen haben. "Ich bin das Rennen extrem schnell angegangen", berichtet Sexlinger. "Bis Schärding lief es super, dann musst ich gezwungener Maßen Tempo rausnehmen und bin in ein richtig tiefes Loch gestürzt." Die zachste Stelle war durchs Donautal. Nachdem er sich in Nebelberg zweimal übergeben musste, ging es sportlich bergauf. Aus seinem Tief hat er sich, mit Unterstützung aus der Heimat, selbst rausgekämpft. "Unglaublich viele Menschen am Streckenrand haben mich wieder ins Rennen hineingeschrien", erinnert er sich. Motivierend war für ihn auch die Begegnung mit einem Fahrer des Team FungiPad auf der Strecke.
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Im Leistungstal durchs Donautal
Rasch hat er den Gedanken aus dem Donautal verworfen, vor Haslach einfach abzubiegen und nach Rohrbach-Berg heimzufahren. Schließlich war das Zimmer im Zielort gebucht und bezahlt, die Familie wartete dort auf ihn. "Ich muss da runter, hab' ich mir gedacht. Ab Haslach ist alles wieder perfekt gelaufen", sagt Sexlinger rückblickend. Dieses Hoch hielt bis ins Ziel. In der Versorgungszone Steyr bekam er mit, dass er Erster ist. Etwa 100 Kilometer vor dem Ziel wusste er definitiv, dass er mit gutem Vorsprung Führender war. "Jetzt nur noch sauber ins Ziel bringen, war mein Gedanke. Und genau das ist gelungen", sagt der Ultra-Radler.
Auf den Kirchturm zu
Besonders emotional war für ihn die Zieleinfahrt. "Man sieht schon etwa einen Kilometer vorher den Kirchturm von St. Georgen. Das Ziel, das man schon 19 Stunden herbeisehnt. Ich wusste, meine Tochter Marie und meine Frau Karo erwarten mich dort", beschreibt er. "Da rennt es einem kalt den Rücken hinunter." Sexlinger bedankte sich im Ziel emotional bei seinen Unterstützern, allen voran seiner Famillie: "Ihr unterstützt mich bei diesem ,Blödsinn', obwohl neben 40+Stunden Job und Familie ohnehin genug los ist", sagt der Rohrbach-Berger. "Das ist alles andere als selbstverständlich. Dieser Sieg gehört auch euch!"
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Wendepunkt dank Waage
Dass Sexlinger heute an der Spitze des Ultraradsports fährt, war vor einigen Jahren noch nicht absehbar. Die Waage zeigte bei ihm 111 Kilogramm an. "Damals war für mich klar: So kann es nicht weitergehen“, sagt der Betriebsleiter von Kölbl European Tonewood in Aigen-Schlägl. Sein Schwimmlehrer Michael Hofer brachte ihn schließlich zum Ultra-Radfahren, nachdem er selbst eigentlich zuerst den Triathlon als Sportart ins Visier genommen hatte. Nachdem der Meniskus aber beim Laufen und Schwimmen Probleme machte, war die Sportart klar. "Michi wurde mein Mentor, Stratege, Trainingspartner und sehr guter Freund", sagt Sexlinger. Gemeinsam haben sie schon Rennen gewonnen. Nun hat Sexlinger es, im dritten Versuch beim RAA unsupported auch alleine geschafft – und alle freuen sich mit ihm. Peter Sexlinger bringt es so auf den Punkt: "Ganz oben zu stehen ist halt doch etwas anderes, als neben einem zu stehen, der gewonnen hat."
Zur Sache:
- Christoph Löffler und Christoph Filz haben als "Fungi Pad Racing" die Teamwertung der RAA Challenge auf Platz zwei beendet. Rennzeit: 15 Stunden, 54 Minuten.
- Das Team "Innsholz" mit Peter Gruber, Mark Dohany, Gerald Mayrhofer und Lukas Neumüller holte sich beim RAA Extreme über 2.200 Kilometer und rund um ganz Österreich den Sieg bei den Viererteams. Rennzeit: Zwei Tage, 21 Stunden und 35 Minuten.
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