Heumilch: Ein Nischenprodukt mit Potential

Stellten sich der Fragen der Gäste: Landtagsabgeordneter George Ecker, Günter Pötscher, Albert Stallinger, Stefan Hofer, Josef Schenkenfelder, Max Obereder und Stephan Pöchtrager (v.l.n.r.).
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  • Stellten sich der Fragen der Gäste: Landtagsabgeordneter George Ecker, Günter Pötscher, Albert Stallinger, Stefan Hofer, Josef Schenkenfelder, Max Obereder und Stephan Pöchtrager (v.l.n.r.).
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ST. PETER. Der Wintergarten des Gasthauses Radler füllte sich diese Woche mit Heumilchbauern und denen, die es noch werden wollen. Viele Interessenten, auch von benachbarten Bezirken, waren gekommen, um sich über diese Form der Milchproduktion zu informieren und vielleicht schon bald selbst Teil der Heumilchgruppe Mühlviertel zu werden. Die Vertreter dieser Initiative, allen voran Stefan Hofer, Albert Stallinger und Günter Pötscher, der Obmann der ARGE Heumilch Österreich Karl Neuhofer, sowie die Repräsentanten der Marke "Zurück zum Ursprung" Stephan Pöchtrager und Josef Schenkenfelder stellten sich den Fragen der Gäste. Auch Max Obereder, Leiter des Projekts Berglandmilch, Christoph Scheuer von der Bezirksbauernkammer, sowie Landtagsabgeordneter Georg Ecker teilten ihr Wissen mit den interessierten Bauern.

Die Umstellung auf Heumilch
"In Österreich haben wir eine hohe Lebensmittelqualität und eine besonders hohe Milchqualität", betont Landesabgeordneter Georg Ecker. Die Heumilchproduktion als Gegenstück zur konventionellen Milcherzeugung hat aber oft noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Die Umstellung auf Heumilch lohnt sich jedoch allemal, denn Heumilch ist ein NIschenprodukt. Es können daher nicht nur besserere Preise als für andere Milchprodukte erwirtschaftet werden, sondern es wird dadurch auch das Konzept der Regionalität maßgeblich unterstützt – die Kunden wissen ganz genau, woher ihre Lebensmittel kommen.
Momentan sind die Sammelbeiträge für die Molkereien noch sehr hoch. Je mehr Bauern sich jedoch dieser Initiative anschließen, desto größere Auslieferungsmengen sind möglich, was wiederum die Sammelkosten verringern würde. "Derzeit werden 1,6 Millionen Liter Milch auf diese Art und Weise produziert, drei Millionen sind nötig für einen ganzen Zug", sagt Stefan Hofer vom Hollerberger-Hof. Je größer der Zusammenschluss von Heumilchbauern ist, desto mehr Endkonsumenten werden auch auf diese Produktpalette aufmerksam werden.
"Bis 1.1.2015 konnten Betriebe in Österreich den Silage-Verzicht beantragen. Die nächste – und auch bis 2020 letzte – Möglichkeit, sich vorzumelden ist bis Herbst 2015. Diese Bauern würden dann mit 1.1.2016 ins Projekt einsteigen", erklärt Landtagsabgeordneter Georg Ecker. Die Umstellung ist auch mit keinem allzu großen zeitlichen Aufwand verbunden. "Ein Bio-Betrieb kann in sehr kurzer Zeit umsatteln. Dafür bedarf es in einem ersten Schritt der Meldung an die Molkerei und später der positiven Beurteilung durch die Kontrollstelle. Bei konventionellen Milchbetrieben dauert die Umstellung etwas länger – in einem halben Jahr sollte aber auch dies machbar sein", erklärt Josef Schenkenfelder von "Zurück zum Ursprung".

Die Vorteile überwiegen
"Die Gesundheit der Tiere verbessert sich durch die Heumilchproduktion, wodurch Tierarztkosten sinken. Außerdem ist man mit Heu viel flexibler als mit der konventionellen Silage. Auch die Heufutter-Zuteilung mit Hilfe eines Krans ist einfacher. Außerdem kann auf Silomais verzichtet werden und die Bodenerosion wird vermindert. Das sind nur ein paar der vielen Vorteile", verrät Stefan Hofer, der Sprecher der Heumilchgruppe Mühlviertel und ergänzt: "In Summe ist also mehr Erlös möglich und es bleibt unterm Strich mehr Zeit übrig – das steigert auch die Lebensqualität eines jeden Bauern." Karl Neuhofer von der ARGE Heumilch Österreich meint: "Das Mühlviertel ist aufgrund seiner Landschaft geradezu prädestiniert für Heumilch-Produkte."

Zurück zum Ursprung
Stephan Pöchtrager und Josef Schenkenfelder von der Marke "Zurück zum Ursprung" plädieren ebenfalls für die Heumilchproduktion und sehen darin eine große Chance, das Bewusstsein für Regionalität zu steigern. "Die EU-Milchquotenregelung endet mit 31.3.2015. Die Milchproduktion wird in der EU steigen, der MIlchpreis dadurch sinken", prophezeit Stephan Pöchtrager und erklärt: "Betriebe können sich nicht nur auf den Export ihrer Produkte konzentrieren, sondern müssen sich nach Alternativen umsehen. Die Heumilchproduktion als Nischenprodukt hat dabei großes Potential und 'Zurück zum Ursprung' tritt dabei als wichtiger, kooperativer Partner auf."
"Zurück zum Ursprung" wurde 2013 zur vertrauenvollsten Marke gewählt und ist seit 2010 auch Marktführer. Der Startschuss für dieses Konzept fiel 2007. Zwei Jahre später wurde speziell mit der Vermarktung von Heumilch-Erzeugnissen begonnen. Mittlerweile wird das dreifache der anfänglichen Menge verkauft, wobei die Heumilch-Produkte die klaren Sieger der Produktpalette sind. "Mit diesem Konzept werden nicht nur die Regionen gestärkt, sondern man darf auch den Mehrwert für selbige nicht vergessen. Die Wertschöpfung bleibt also in der Region. Außerdem schafft das Konzept wieder Perspektiven für die Bauern des Mühlviertels", erklärt Stephan Pöchtrager das Konzept.

Heumilchbauern in der Region
Momentan gibt es bereits 15 Heumilchbauern in der Region, die zukünftigen Kollegen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gegründet wurde der Zusammenschluss im Jahr 2012 und nach einigen Kooperationsgesprächen mit Firmen wie Berglandmilch, Alpenmilch Salzburg oder Bio Austria wurde am 1. Mai 2014 schließlich mit der Heumilchlieferung gestartet. Seither wurden ein Heumilchfest, sowie diverse Betriebsbesichtigungen organisiert, zum Beispiel auch am Kainberger-Hof in Sarleinsbach, dem ersten Biobetrieb des Bezirkes. Die Initiative stützt sich dabei auf drei Pfeiler: den gesundheitlichen Mehrwert der Heumilch für die Bevölkerung, die Beratung zukünftiger Kollegen, sowie die Vermarktung des Nischenprodukts.

Richtigstellung: In der Zeitungsversion dieses Artikels ist noch die Anzahl von 14 Heumilchbauern vermerkt, es sind jedoch bereits 15.

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