04.05.2016, 09:01 Uhr

Bald Gruppenpraxen in den Krankenhäusern

Primar Peter Stumpner ist Ärztlicher Direktor im Landes-Krankenhaus Rohrbach. (Foto: Foto: gespag)

Für die Spitäler Rohrbach und Freistadt wurden innovative Versorgungsmodelle entwickelt.

Bald Gruppenpraxen in den Krankenhäusern

Für die Spitäler Rohrbach und Freistadt wurden innovative Versorgungsmodelle entwickelt.
ROHRBACH, FREISTADT. Die beiden Krankenhäuser haben in ihren Regionen einen hohen Stellenwert. Dennoch möchte die Gesundheits- und Spitals AG gespag die Gesundheitsversorgung mittel- und langfristig abgesichert wissen. "Wir müssen über den Tellerrand blicken und uns auf ein Miteinander von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und regionalen Spitälern einigen", erklärt Karl Lehner, gespag-Vorstandsmitglied.

Am Beispiel Kirchdorf

Nach dem Beispiel Kirchdorf sollen in Zusammenarbeit von Ärztekammer, Gebietskrankenkasse, den Ärzten und dem Spitalsträger gespag in den jeweiligen Krankenhaus-Räumlichkeiten Gruppenpraxen untergebracht werden. Ein An-, Neu- oder Ausbau der Spitäler sei nicht notwendig. Am Nachmittag würden ohnehin Behandlungsräume leer stehen.
Eine weitere Variante können Gesundheitszentren sein, in denen nicht nur Mediziner, sondern auch nicht-ärztliche Berufsgruppen wie Diätologen, Logopäden, Hebammen etc. Teil des Netzwerkes werden. Lehner zeigt die Vorgangsweise auf: "Wir würden unsere Infrastruktur zur Verfügung stellen und als Spitalsträger die Gesundheitszentren betreiben, sind jedoch für alle Varianten offen."
Die Vorteile für die Patienten: ein einfacherer Zugang, vor allem abends und am Wochenende, ganzjähriger Betrieb und die Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen. Außerdem wird die Kontinuität in der Betreuung enorm verbessert: Ein Facharzt betreut die Patienten zuvor in der Ordination, operiert bei Bedarf und übernimmt die Nachsorge.
Natürlich will man mit den Maßnahmen auch Fachärzte in die Region bekommen und hier halten. Lehner: "Teamarbeit entlastet die einzelnen Mitglieder und berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse." Die Ärztinnen und Ärzte können flexibler arbeiten und die Bürokratie reduzieren.

Stipendien für Studenten

Um künftig genügend Fachärzte in der Region zu haben, möchte die gespag gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft Stipendien für angehende Mediziner vergeben. Diese sollen sich dann sozusagen moralisch verpflichten, in ihrer Heimat zu ordinieren.
Außerdem setzen beide Spitäler unterschiedliche Schwerpunkte mit überregionaler Bedeutung. Das LKH Freistadt besitzt eine Spezialkompetenz im Bereich der Magen-Darm-Erkrankungen. "Wir wissen, dass 30 Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind", so der Ärztliche Direktor des LKH Freistadt, Primar Norbert Fritsch. Dem trägt man Rechnung, indem noch im Sommer eine Endosonographie um 100.000 Euro gekauft wird.
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