16.10.2014, 00:00 Uhr

Ausstellung Bauernkriege und Bauernbefreiung 1848

Johann Schramm zeigt eine historische Medaille und freut sich über die Ausstellung mit Heimatvereinsobmann Felix Grubich.
Heimatverein widmet sich in einer Ausstellung dem Thema Bauernkriege in unserer Gegend.

BEZIRK (alho). Nach der Rosenberger-Ausstellung vor drei Jahren widmet sich der Heimatverein einer Ausstellung über die Bauernkriege und der Bauerbefreiung 1848. Die Eröffnung der Ausstellung in der Bezirkshauptmannschaft findet am Dienstag, 21. Oktober um 18 Uhr statt. Vereinsobmann Felix Grubich wird bei der Eröffnung den Interessenten kurz die Bedeutung der Bauernkriege und der Revolution gerade auch für unsere Gegend verdeutlichen. Besichtigt werden kann die vom Haslacher Johann Schramm gestaltete Ausstellung mit den zahlreichen Objekten bei 25 Stellwänden und 3 liegenden Vitrinen bis 12. Dezember. Um die Inhalte besser zu veranschaulichen wurde vom Heimatverein ein Begleitheft zur Ausstellung publiziert. 1625/26 fand in Oberösterreich der größte Bauernkrieg der Geschichte statt: „Die Bauern haben gegen Unterdrückung, gegen Zehent, Frondienst und Grundsteuer ihren Unmut gezeigt. Die Bauernkriege sind keine gewöhnlichen Kriege: Sie sind ein Aufstand gegen die Grundherrschaft“, erklärt Felix Grubich. „Begonnen hat alles mit dem Frankenburger Würfelspiel. Das Land ob der Enns wurde an den bayrischen Herzog Maximilian I. verpfändet. Adam Graf Herbertstorff war bayrischer Stadthalter, ein Großteil der Bevölkerung war evangelisch – es kam zur Rekatholisierung: Wessen Land, dessen Religion. Daher folgte eine Gegenreformation.“
Seinen Ausgang nahmen die Bauernkriege im Bezirk Rohrbach von Lembach: „Bayrische Soldaten wollten Bauern Pferde wegnehmen. Es kam zu Raufereien. Ein Signalfeuer wurde angezündet – der Bauernwiderstand soll beginnen. Anführer waren Stefan Fadinger und Christoph Zeller“, berichtet Felix Grubich. „Es kam fast jeder Ort dran. Jedes Bauernhaus musste einen stellen; wer nicht zum Mitkämpfen bereit war, kam dran. Die Anführer wurden alle gehängt und umgebracht. Der Aufstand brachte nichts. Auch das Stift Schlägl wurde im Zuge der Bauernkriege großteils zerstört. Im Land waren noch immer 12.000 bayrische Soldaten, die verpflegt werden mussten, das Land war verwüstet und den Bauern ging es schlechter als zuvor. Stefan Fadinger, der sich für unverwundbar hielt, ist im Kampf vor Linz gefallen. Die Erholung dauerte Jahrzehnte!“

Ein zweiter wichtiger Bereich, den die Ausstellung aufgreift sind die Revolutionen im März und Oktober 1848. Grubich: „Die einzigen Nutznießer der großen Bürgerrevolution waren die Bauern. Am Reichstag stellte Hand Kudlich den Antrag das Untertänigkeitsverhältnis der Bauern abzuschaffen. Auch Personen aus dem Bezirk Rohrbach beteiligten sich am 7. September 1848: Reichstagsabgeordneter Matthias Brandl aus Lichtenau. Anschließend wurden die Grundsteine für Bezirksgerichte geschaffen, es gab keine Grundherrschaften mehr und Steuern wurden eingehoben, das Untertänigkeitsverhältnis abgeschafft.
Grubich: „Die vom Reichstag beschlossene Entschädigung für die Auflösung der Grundherrschaft zeigt ebenfalls ein interessantes Detail: Ein Drittel des Grundwertes zahlten die Bauern, ein Drittel steuerte der Staat bei und auf ein Drittel musste der Grundherr verzichten.“

Interessenten, die zur Eröffnung kommen werden gebeten sich unter 07289/8851-69306 oder per Mail (bh-ro.post@ooe.gv.at) anzumelden.
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