03.04.2017, 08:46 Uhr

Nach Österreich-Titel rasch nach Hause zum Frühlingskonzert

Pröll ist Judoka und Musiker gleichermaßen. (Foto: Foto: Christian Fidler)

U16-ÖM in Oberwart: Richard Pröll und Christoph Scheiblhofer holen sich ersten Österreich-Titel. Pröll rast danach für Trompeten-Konzert nach Hause.

BEZRIK. Gleich sechs Medaillen regnet es am Samstag in Oberwart. Da hat die U16 des UJZ gleich einmal kräftig zugeschlagen. Allen voran Richard Pröll (-66) und Christoph Scheiblhofer (-73), die sich ihre ersten Österreichischen Meistertitel sichern. Dazu gibt es mit Raphael Pichler einen zweiten sowie mit Hannah Füreder, Marlene Leher und Moric Münch drei dritte Plätze. Zwar geht sich Rang eins in der Vereinswertung nicht ganz aus – nur Galaxy liegt mit Goldenen vor ihnen – aber sechs Medaillen brachte sonst kein anderer Klub zusammen.

Ungewöhnliche Doppelbelastung

Sich seinen ersten österreichischen Titel zu erkämpfen, mag für manche schon Aufregung genug sein – für Pröll jedoch nicht. Der 15-Jährige raste nach dem Finale mit seinem Vater nach Hause, um noch zum Frühlingskonzert des Musikvereins Helfenberg zu gelangen. Dort spielt der Youngster die Trompete."Richard ist das extrem wichtig", weiß Trainer Pepi Reiter. Darum ist auch Richards Vater extra die dreieinhalb Stunden nach Oberwart gefahren, um mit dem Burschen nachher schnellstmöglich heim düsen zu können. "Mit dem Kapellmeister hat er ausgemacht, dass er beim Konzert noch einsteigen darf, wenn er bis zur Halbzeit da ist", verrät Reiter.
Zum Drüberstreuen noch ein Schmankerl: Vor genau zehn Jahren kürte sich auch Richards Cousin, Dominik Pröll, zum Österreichischen U16-Meister. Wie Dominik damals (Finale gegen Dominik Lang) gewann auch Richard heuer den entscheidenden Kampf (gegen Tobias Diessl) gegen einen Leibnitzer.

Silber-Flut bei U21-ÖM

Die Erwartungshaltung vor der U21-ÖM am Sonntag in Oberwart war nicht allzu hoch, schließlich umreißt diese Altersklasse jenen Bereich im UJZ-Nachwuchs, der gerne als "kleines Loch" bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund sind die sieben Medaillen, die das UJZ im Burgenland erbeutete, eigentlich überraschend gut. Einzig die Tatsache, dass bei vier Silbernen und drei Bronzene kein einziger Titel für die Mühlviertler abgefallen war, trübte den Gesamteindruck. Zumal dieser Titel durchaus drinnen gewesen wäre. Am ehesten wohl bei Victoria Schuhmann. Die seit Jahresbeginn wiedergenesene 19-Jährige musste sich nach drei Kampfgewinnen erst im Finale der Klasse bis 52 kg der Wimpassingerin Lisa Grabner im Golden Score geschlagen geben. Beim Ansatz einer Konter-Technik landete die St. Martinerin etwas unglücklich selbst auf dem Rücken. Grabner hatte mit ihrem Halbfinalsieg über die spätere Dritte Pamela Neubauer ein reines UJZ-Finale verhindert.
Ebenfalls stark die Vorstellung von Wojtek Kanik, der sich im Finale bis 73 kg Nationalteamkämpfer Mathias Czizsek drei offen geführten Kampfminuten körperlich Tribut zollen musste und gegen Ende geworfen sowie festgehalten wurde. Der Galaxy-Kämpfer hatte zum Auftakt Christoph Hofer geschlagen, der sich via Trostrunde noch Bronze holte.
Bei den Goldkämpfen von Rebekka Autengruber (-70 kg) und Marcel Pautz (+100) muss man fairerweise anerkennen, dass die Klasse ihrer Gegner Michaela Polleres bzw. Stephan Hegyi derzeit über sie zu stellen ist. Aber das muss ja nicht so bleiben.
Ebenfalls Dritter wurde Samuel Gassner, der diesmal bis 66 kg antrat und nach einer Halbfinal-Niederlage gegen den Welser Wachid Borchashvili im Bronze-Kampf gegen seinen Ottensheimer Trainingskollegen Jakob Wiesinger diesmal die Nase vorne hatte. Dessen angeschlagener Bruder Mario Wiesinger musste auf die U21-ÖM verzichten.
Für Tamara Höfer (-57), Hannah Schuhmann (-78) und den jungen Kaly Camatta (-60) reichte es trotz teils ansprechender Leistungen nicht für einen Platz unter den besten Fünf.
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