Filmkunst
Das Kino trägt zur Belebung der Salzburger Altstadt bei
- Konkurrenzgedanken gibt es bei Renate Wurm, Geschäftsführerin vom Das Kino, in Bezug auf das Mozartkino nicht: "Nein, wieso auch? Wir ergänzen uns super, zeigen unterschiedliche Filme und nehmen uns die BesucherInnen auch nicht weg. Es ist wichtig, dass es in einer Innenstadt Kinos gibt. Ein Kino ist für mich auch nie Konkurrenz. Ich bin froh, wenn die Leute ins Kino gehen."
- Foto: Franz Neumayr
- hochgeladen von Daniel Schrofner
Seit über 40 Jahren werden im Das Kino in der Salzburger Altstadt Filme gezeigt, die in keinem anderen Kino des Bundeslandes über die Leinwand flimmern, vor allem in ihrer Originalfassung. "Wir sind ein großes Nischenkino und zeigen vorwiegend Arthouse-Filme", erklärt Renate Wurm, Geschäftsführerin vom Das Kino. Dass das Kinoangebot in der Landeshauptstadt ergänzt und zur Belebung der Innenstadt beiträgt. Nach den durchwachsenen Coronajahren entwickeln sich die wirtschaftlichen Zahlen wieder sehr gut. Auch mit den Besucherströmen sind die Verantwortlichen mehr als zufrieden. Und die Zukunft kann kommen.
SALZBURG. Seit mehr als einhundert Jahren befindet sich ein Kino am Giselakai in der Salzburger Altstadt. Früher das Gasthaus "Zum goldenen Engel", wurde es 1918 ein Kino. 60 Jahre später wurde an diesem Standort das Das Kino eröffnet.
"Wir ergänzen das Kinoangebot und ich sehe uns schon auch als Bereicherung für das kulturelle Leben in Salzburg. Außerdem tragen wir zur Belebung der Innenstadt und der Lokale und Bars in der Umgebung bei",
streicht Renate Wurm, Geschäftsführerin vom Das Kino, die Bedeutung des Salzburger Filmkulturzentrums hervor. Im vergangenen Jahr wurde es umfassend saniert -die Technik wurde auf den aktuellsten Stand gebracht und das Foyer barrierefrei gestaltet. Auch die Sanitäranlagen wurden erneuert und der große Saal bekam eine Klimaanlage. In der Zeit wanderte das Das Kino ins Oval im Europark aus, für dessen Kinoprogramm man seit 19 Jahren verantwortlich ist.
Ein Umzug des Kinos stand im Raum
Seit zehn Jahren haben Wurm und ihr Team versucht, ihr Kino zu vergrößern, aber die Versuche sind immer aus verschiedensten Gründen gescheitert. "Wir dachten auch an einen Umzug, haben uns dann aber entschieden, hier am Giselakai zu bleiben und bekamen auch die öffentlichen Gelder für die Sanierung, was uns enorm geholfen hat", so Wurm. 80.000 BesucherInnen strömen im Jahr in das Salzburger Traditionskino, das sich auf Arthouse-Filme spezialisiert hat. Filme, die abseits von großen Studios gedreht werden. Aber Vorrang haben heimische Produktionen, vor allem von Salzburger Filmemacher.
Mit zwei Premieren ins Jahr 2024 gestartet
Wie Adrian Goigingers vierter Film "Rickerl" oder Josef Haders "Andrea lässt sich scheiden", die beide Anfang des Jahres im Das Kino vorgestellt wurden.
"Das war ein großartiger Start ins Jahr für uns, die Säle waren voll",
denkt Wurm gerne zurück. Sie ist auch grundsätzlich mit den heurigen Besucherzahlen zufrieden. Sowie auch mit den wirtschaftlichen Zahlen, die sich in die richtige Richtung entwickeln. Vor allem nach den schwierigen Coronajahren:
"Vor allem 2022 dachte ich, dass sich das Kino allgemein nicht mehr erholt und Streaming gewinnt. Aber das 'Kinogehen' ist und bleibt ein Thema bei den Menschen."
Die Geschäftsführerin, die seit Anfang 2017 die Geschicke des Kinos leitet, kam früh in engen Kontakt mit der Filmwelt. Und nahm aus ihrer Jugend eine Idee mit nach Salzburg.
Das Wanderkino im Sommer hat sich etabliert
Das Kino veranstaltet in den Sommermonaten die bekannten Open-Air-Kinos, unter anderem im Volksgarten, bei den Salzachseen, aber auch in Obertrum oder anderen Gemeinden des Bundeslandes. Seit 2017 gibt es die Wanderkinos.
"Diese Idee hat sich verselbstständig. Wir sind immer ausgebucht, die Gemeinden nehmen es super an und wir bringen auch ein Stück FIlmkultur aufs Land",
so Wurm, die auch den Vorteil herausstreicht, dass Das Kino dadurch auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wird.
"Ein anderes Kino ist nie eine Konkurrenz"
Bei ihrem Programm bleibt sich die Geschäftsführerin stets treu, auch für ihre Stammkundschaft, die mit den Jahren mitgewachsen sind und das Programm schätzen. Wurm probiert auch einiges, um ein jüngeres Publikum öfter in ihre Kinosäle zu locken, mal funktioniert, mal nicht. Genauso wie es das Mozartkino, das zweite Kino in der Salzburger Altstadt, versucht. Konkurrenzgedanken gibt es bei Renate Wurm aber nicht:
"Nein, wieso auch? Wir ergänzen uns super, zeigen unterschiedliche Filme und nehmen uns die BesucherInnen auch nicht weg. Es ist wichtig, dass es in einer Innenstadt Kinos gibt. Ein Kino ist für mich auch nie Konkurrenz. Ich bin froh, wenn die Leute ins Kino gehen."
Bergfilmfestival und Lateinamerika-Filmfestival wichtige Eckpfeiler
In ein paar Wochen findet das 30. Bergfilmfestival (13. bis 24. November) im Das Kino statt. "Vor 30 Jahren haben alle anderen Kinos uns wegen dem Festival belächelt. Jetzt machen es viele schon nach", ist für Wurm das Bergfilmfestival eines der Highlights des Jahres. Es ist jedes Jahr sehr gut besucht und hat sich in der Szene schon etabliert. Genauso wie das Lateinamerika Filmfestival, das heuer zum 15. Mal veranstaltet wurde und alle zwei Jahre stattfindet.
"Das sind zwei wichtige Eckpfeiler für uns. Viele unserer BesucherInnen warten schon gespannt darauf, wann denn die nächste Ausgabe des Festivals ist",
sagt Wurm. Weitere Specials sind die am 19. Oktober beginnende italienische Filmreihe, die bis 3. November italienische Filme in Originalfassung zeigt oder das aktuell laufende "Science meets Fiction"-Festival, das noch zwei Filme im Das Kino zeigt.
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