12.03.2017, 19:50 Uhr

Auf Skiern aus Holz über die Kunstschnee-Piste

Nostalgieski in Wagrain Salzburg: Hans Fuchs und Sepp Aigner von den Lungauer Brettlhupfern mit Bezirksblätter-Chefredakteurin Stefanie Schenker (Foto: Franz Neumayr)

Rund 90 Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Slowenien und Tschechien gingen beim Nostalgieskirennen in Wagrain an den Start

Die Holzskier haben eine ungewohnte Länge, die zwiegenähten und frisch eingefetteten Lederschuhe – immerhin mit hübschen roten Bändern geschnürt – wollen die Kraft nicht so recht auf die Bretter übertragen. Die Kurve ist nicht zu schaffen. Noch während die Schreiberin dieser Zeilen in einer schicken Steg-Jethose – so wie Ski, Stöcke und die Skibrille mit dem orangen Glas ein Original aus dem Landesskimuseum Werfenweng – mit dem Hinterteil auf der schroffen Kunstschnee-Piste entlangdriftet, denkt sie an Sepp Aigner von den Lungauer Brettlhupfern, einem Profiverein für Nostalgieskifahren. Vor dem Start hat er seinen "Wadl-Spreizer" im Edelstahl-Flachmann angeboten. "Da magst zwoa Schluck måch'n, håst ja a zwoa Wadl'n, mit denens't um de Kurv'n komman willst." Sein – aufgeklebter – eindrucksvoller, zu spitzen Enden gezwirbelter Schnurrbart hatte dabei mitgewippt. Die von Wolfram Huber stilecht mit dem Bügeleisen frisch gewaxelten Skier rutschen den Beinen davon. Als es auch bei der nächsten Kurve nicht so recht klappen will, kommt von der Seite der gute Rat "Im Schneepflug!". Stumme Dankbarkeit für Hans Müller vom Landesskimuseum in Werfen macht sich breit. Er hatte Skier mit Kanten empfohlen.


Von Hochprozentigem und Glücksbringern

Die Skispitzen der "Arlberg"-Skier zittern während die Skiern selbst mehr rutschen als fahren. Der Ullr, ein handgemachter Glücksbringer aus Holz flattert an der Seite des 60er-Jahre Skipullovers mit aufgenähtem Olympia Etikette von Innsbruck 1964. Deren Produzent, der Lungauer Hans Fuchs – auch als "Ullr-Fux" bekannt – hat ihn noch vor dem Start des Rennens verteilt. Noch drei Kurven, noch zwei Kurven, noch eine Kurve – geschafft. "Und wie war es?", will der Moderator wissen. "Angst vor Kontrollverlust darf man da nicht haben, und einen Durst kriegt man." Und dann steht da wieder der "Ullr-Fux" und reicht der Läuferin einen Almdudler.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.