04.12.2017, 08:15 Uhr

Bühne frei für Doctor Dolittles Tiere

Michael Hofer-Lenz, Nadine Schleicher, Michaela Altreiter und Kerstin Mauracher mit ihren Tieren Pferd Toggles, Papagei Polynesia, Robbe Sophia und Hund Jip.

Am Donnerstag, 7. Dezember, geht die Premiere des Musicals "Doctor Dolittle" am Landestheater über die Bühne – das Stadtblatt durfte vorab einen Blick in die Kostümabteilung werfen

SALZBURG (sts). Rund 50 Tiere – von der Papageiendame "Polynesia" über das zweiköpfige Lama "Stoßmich-Ziehdich", Hund "Jip" und Robbe "Sophie" bis zum Pferd "Toggles" – haben innerhalb der vergangenen fünf Wochen in der Kostümabteilung des Landestheaters das Licht der Welt erblickt. Kurz vor der Premiere am Donnerstag sorgt Kostümbildnerin Ulli Kremer noch für den letzten Feinschliff – gemeinsam mit den beiden Schneiderinnen Kerstin Mauracher und Nadine Schleicher sowie Modistin Michaela Altreiter und Fundus-Mitarbeiter Michael Hofer-Lenz.

50 Tiere in 5 Wochen

Denn: Die Tiere von "Doctor Dolittle" – er wird von Musicalstar Uwe Kröger verkörpert – müssen auf der Bühne nicht nur aussehen wie Tiere, sondern sie müssen auch funktionieren – und zwar in erster Linie für die Schauspieler. So wie für Philipp Andreas Sievers und Alexander Soehnle, die gemeinsam als zweiköpfiges Lama steppen sollen. Bei der Anprobe zwischendurch werden Details und noch zu lösende Fragen besprochen. Die besondere Herausforderung: Sie blicken in entgegengesetzte Richtungen, sollen aber synchron agieren können. Das Pferd "Toggles" trägt eine handgeschmiedete Brille aus der Schlosserei und soll auf der Bühne die Augen öffnen und schließen können – daran arbeitet Fundus-Mitarbeiter Michael Hofer-Lenz. Er "betreut" auch das Schwein "Göb-Göb", dessen Vorderbeine über von der Tischlerei im Styropor-Unterbau verschraubte Holzstangen zum Gehen gebracht werden. Am Nebentisch bemalt Kerstin Mauracher gerade das Gesicht von Hund "Jip" – sein fleckiges Fell hat sie davor schon scheinwerfertauglich gemacht.

Es ist eine Tüftelei

Nicht immer kommen die Tiere schon perfekt auf die Welt, oftmals durchlaufen sie – stets ihre optimale Bühnen-Performance als Ziel – eine Phase der Evolution. So wie Papageiendame "Polynesia" – sie ist eine der Hauptfiguren und bringt Doctor Dolittle sehr erfolgreich die Sprachen der Tiere bei: 498 dieser Sprachen beherrscht er bereits. Dass sie selbst sprechen kann, liegt daran, dass ihr die Stimme von Pia Douwes geliehen wird. Polynesia erlebte innerhalb von wenigen Wochen drei Mal eine vollständige Wiedergeburt: "Erst sollte sie alle Körperteile über Züge, wie eine Marionette, bewegen können. Bei den Proben stellte sich aber nach und nach heraus, dass Polynesias Bühnenauftritt andere Anforderungen erfüllen muss: Im vierten Anlauf wurde sie nun zur Handpuppe, deren Mund – sie spricht ja viel – sich von Hand bewegen lässt", berichtet Kostümbildnerin Ulli Kremer.

Mimís Häubchen für Robbe

Dass das Erschaffen von Tieren eine besondere Herausforderung ist, darin sind sich in der Kostümabteilung alle einig. Neben den eigentlichen Näharbeiten sind es auch Klebetechniken, Schraubarbeiten und kreative Aufgaben, die bewältigt werden müssen. "Es ist eine Tüftelei – und die Kollegen aus der Tischlerei und Schlosserei helfen uns vor allem beim Unterbau", sagt Ulli Kremer. Und: Man muss wissen, woher man die nötigen Accessoires bekommt. Das üppige rote Federkleid von Polynesia hat Modistin Michaela Altreiter in einem Spezialgeschäft für Federn besorgt, das Häubchen von Robbendame "Sophia" stammt aus der Produktion von "La Bohème" – es gehörte Mimí. Deshalb sind ideale Kostümbildner "gute Handwerker mit Enthusiasmus, die viel Kreativität mitbringen und mit einem gewissen Maß an Frustration umgehen können", bringt es Michael Hofer-Lenz auf den Punkt.
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