04.12.2017, 16:01 Uhr

Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen

Wege aus der Gewalt (Foto: Stadt Salzburg/Wildbild)

Drei Film-Spots sollen Frauen Mut machen, die von Gewalt oder sexuellem Missbrauch betroffen sind.

SALZBURG (lg). "Wenn die Mama aus dem Haus war, kam er ins Zimmer. Ich fühlte mich ausgeliefert. Später, als Jugendliche, habe ich mich oft selbst verletzt, es hat mich wütend gemacht, dass er mir immer noch wehtat." So klingt es, wenn Susanne von ihrer Kindheit erzählt, in der sie vom Vater sexuell missbraucht wurde. Ein ähnliches Schicksal zwischen Gewalt und Missbrauch haben auch Petra und Rosalie hinter sich.
Jetzt sollen die Geschichten dieser drei Frauen "aufrütteln" und Anlass geben, das Ausmaß und die Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen zu thematisieren. Die Salzburger Regisseurin Petra Hinterberger hat im Auftrag der Stadt Salzburg 
Film-Spots gedreht, die in den nächsten Wochen im Filmkulturzentrum "Das Kino" und in den "Cineplexx-Kinos" laufen.

Gewaltopfer erzählen im Film

Die Aktion findet im Rahmen von "16 Tage gegen Gewalt“ statt. „Wir wollen Frauen mit ihren Erfolgsgeschichten zeigen, wie sie der Gewalt entkommen sind und dass es mit entsprechender Unterstützung ein gutes Leben nach zum Teil unvorstell­baren Erfahrungen gibt. Betroffene sollen den Mut finden, ihren eigenen Weg aus der Gewalt zu finden, Täter sollen die leidvollen Erfahrungen betroffener Frauen direkt zu sehen und zu hören bekommen“, beschreibt Vizebgm. Anja Hagenauer die Intention. Jeder der drei Kinospots thematisiert die Geschichte eines realen Gewaltopfers. "Die Opfer haben ein Gesicht, eine Persönlichkeit, der man Empathie entgegenbringen muss, eine Geschichte, die gehört werden will. Aus dem Opfer wird ein selbstbewusster Mensch. Am Schluss des Spots schaut die Protagonistin noch einmal in die Kamera. Zuschauende werden ihrer beobachtenden Rolle entrissen, der voyeuristische Blick soll einer Unsicherheit weichen, in der jede Person sich selbst beobachtet oder angesprochen fühlt", erklärt die Regisseurin Petra Hinterberger.
Ihr war es wichtig, drei reale Frauen zu finden, die den Opferstatus überwunden haben und sich nicht mehr schämen für die Taten, die ihnen angetan wurden. "Sie sollen als Vorbild für andere Frauen dienen und andere Frauen ermutigen, sich ihnen anzuschließen", ergänzt die Filmemacherin.

Anlaufstellen für Betroffene

Mit dem Frauennotruf, dem Frauenhaus Salzburg und dem Gewaltschutzzentrum gibt es in der Stadt Salzburg drei spezialisierte Beratungs- und Anlaufstellen für von Gewalt betroffene Frauen.
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