03.05.2018, 10:42 Uhr

Mit dem Rollator in den Mai tanzen

v.l.n.r.: Bernhard Auinger, Hansjörg Hofer, Anja Hagenauer und Albert Preims.

Das Seniorenwohnhaus Bolaring feiert ein neues Lebensgefühl beim Maifest. Das neue Hausgemeinschaftskonzept, die Küche und der Garten erwecken alte Lebensgeister der Senioren

SALZBURG (sm). Etwas mehr als ein halbes Jahr dauerte es, bis in den zwei Stockwerken des Seniorenhauses Bolaring eine neue Gemeinschaftsküche, mit integrierten Aufenthaltsraum, den Bewohnern zur Verfügung stand. Die Stadt Salzburg investierte 130.000 Euro. Zusätzlich wurde das Konzept des "Hausgemeinschaftsmodel" eingeführt, dass vergessene Lebensfreude bei den Senioren weckte.

"Wir haben uns für den Wandel geöffnet. Diese Form holt den Menschen mit seinen Bedürfnissen ab", sagt Barbara Frohnwieser, die junge Leiterin des Seniorenwohnhauses über das neue Konzept der Hausgemeinschaft, mit dem man ein Zuhause schaffen will. Die Bewohner feierten das neue Lebensgefühl mit einem Maifest, in dem Bischof Hansjörg Hofer seinen Segen ausbrachte. Symbolisch wurde ein Baum für den Neubeginn gepflanzt. Für die Politiker gab es selbstgemachten Schafgarbensirup, Brot und Baklava. Musikalisch untermalt wurde das Maifest mit dem Watzmann Duo Maria und Michael.



Schwung in der Gemeinschaftsküche und Aufenthaltsbereich

Warum nicht selber frisch kochen, anstatt sich das Essen aus Taxham liefern lassen? Von diesem Gedanken ausgehend wurde die neue Gemeinschaftsküche so geschaffen, dass die Bewohner hier in Zusammenarbeit mit den Alltagsbegleitern ihr Essen selber kochen. Abwechslung kam ins Spiel, die Bewohner wurden gefördert. Es herrscht eine andere Stimmung im Haus, weil alle mit vollen Vertrauen dabei sind, gibt es von vielen Seiten zu hören. Gab es davor jeden Sonntag eine Wurstplatte, schlug man neue kulinarische Wege wie Pizzabrote ein. Viele wussten nicht einmal, was das war. Der Broteinkauf zeigte sich im Übrigen in einer Gruppe Senioren, die samt Rollator zum Europark, in den Spar wanderten, um die Zutaten für das Abendessen zu besorgen. Wer sich nicht an der Zubereitung der Speisen beteiligen möchte, hat in der neuen Küche die Möglichkeit den anderen zuzusehen. Was zum Schauen gibt es immer und die gepolsterte Bank um die Küche herum lädt zum Verweilen ein. Durch die neue Frequentierung der Küche, wird auch die Terrasse besser angenommen. Man sitzt sich jetzt gerne raus in die Sonne und fühlt sich weniger allein.


Segensfeier des Weihbischofs Hofer

"Auch wenn mit den Jahren manches schwieriger wird: wenn die Sehkraft nachlässt, die Ohren nicht mehr so gut hören und so weiter. Wenn manches wirklich beschwerlich ist und wird und manches nicht mehr so möglich ist, wie früher - so gibt es doch im Alter Dinge, die erst im Alter möglich sind. Zu den Vorzügen des Alters zählt wohl auch die Lebenserfahrung, die Geduld und die Gelassenheit. Die Güte, sowie auch die Fähigkeit das wichtige vom nicht so wichtigen zu unterscheiden", so Weihbischof Hofer, der seinen Segen für das Haus, die Bewohner und deren Angehörigen aussprach. Als Zeichen des Neubeginns wurde anschließend ein Pflaumenbaum gepflanzt.


Garten wirkt sich positiv auf die Psyche aus

"Was mir und den Bewohner nebst dem neuen Konzept und der schönen Einrichtung besonders taugt, ist der über 2.000 qm große Garten. Der wird auch schon intensiv genutzt. Wir wollen daraus einen Gemeinschaftsgarten machen. Und dabei eng mit Nachbarn, Initiativen und vielleicht Vereinen der näheren Umgebung zusammenarbeiten. Da soll‘s richtig menscheln und unsere betagten Damen und Herrn so viele Kontakte kriegen", so Vizebürgermeisterin Hagenauer. In den letzten zwanzig Jahren zeigte sich der Garten noch nie zu frequentiert, wie zurzeit.

Selbstbestimmung und Respekt im Bolaring

Der 2002 errichteten Siedlung Bolaring angeschlossen sind ein dreigruppiger städtischer Kindergarten und vier Kleinwohnungen, sowie je eine Arztpraxis und Physiotherapie-Praxis. Als eigenständige Einheit beherbergt das Senioren-Pflegewohnhaus 30 Appartements in zwei Hausgemeinschaften. Es gibt keine Hausordnung. Wer ausschlafen will, darf ausschlafen - niemand muss um 18:00 Uhr im Zimmer sein. Die Apotheke, verschiedene Geschäfte, Banken und einladende Erholungsräume sind zu Fuß gut erreichbar. Der Europark befindet sich in unmittelbarer Nähe, wortwörtlich vor der Haustüre.
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