Kampfsport in Salzburg
Taekwon-Do - Die Kunst des Kampfes und der Disziplin
- Großmeister Thomas Könnecke beim Bundeslehrgang in Geisenfeld (Deutschland) am 25.4.2026.
- Foto: Könnecke
- hochgeladen von Anna Wallner
Disziplin, Technik und Respekt - Taekwon-Do ist mehr als nur ein Kampfsport, es ist ein Training für Geist, Körper und die mentale Stärke. Großmeister des Taekwon-Do Thomas Könnecke blickt auf über 30 Jahre Erfahrung in diesem Sport zurück und erklärt worauf es beim traditionellen Taekwon-Do ankommt und wohin sich der Sport entwickelt hat.
SALZBURG. Taekwon-Do kommt ursprünglich aus Korea und hat sich von dort auf der ganzen Welt ausgebreitet. Dabei unterscheidet man zwischen traditionellem Taekwon-Do und wettkampforientiertem. Thomas Könnecke praktiziert nicht nur traditionelles Taekwon-Do sondern unterrichtet es auch. Seit 25 Jahren bestehen die Könnecke Taekwon-Do Schulen an verschiedenen Standorten, darunter auch Salzburg. Mit seiner Erfahrung als Schüler und Lehrer gibt er Einblicke in die Kunst des traditionellen Taekwon-Do.
Was ist die wichtigste Eigenschaft, die eine Taekwon-Do Athletin oder ein Athlet mitbringen sollte?
THOMAS KÖNNECKE: Aus meiner Sicht eindeutig Disziplin. Viele Leute starten motiviert, doch die Motivation lässt immer mal nach. Wenn man sich nur auf Motivation verlässt, ist es immer ein Auf und Ab. Wenn die Motivation mal nachlässt, dann wird die Disziplin wichtig. Seinen inneren Schweinehund bekämpfen und trotzdem dran bleiben.
Das hilft einem nicht nur im Taekwon-Do sondern überall im Leben - In der Schule, im Studium, im Beruf und in Beziehungen. Ich sage meinen Schülerinnen und Schülern immer, dass nicht die Personen Schwarzgurt werden, die das größte Talent haben, sondern die, die es schaffen, solche Motivationslöcher mit Disziplin durchzustehen und sich danach von der wiederkehrenden Motivationswelle tragen lassen.
Wie würden Sie die Entwicklung des Sports in Salzburg oder auch ganz Österreich beschreiben?
THOMAS KÖNNECKE: Man muss an dieser Stelle nochmal differenzieren. Es gibt zum einen die olympische und wie bei uns die traditionelle Stilrichtung. Rein wettkampforientierte Varianten haben im allgemeinen einen guten Zulauf, wobei sich dort das Teilnahmealter mehr im Kinder- und Jugendbereich, beziehungsweise bei jungen Erwachsenen abspielt.
Das traditionelle Taekwon-Do ist nicht auf Wettkampf ausgelegt, was man nur in einem gewissen Alter erfolgreich durchführen kann, sondern ist ein ganzheitliches System für Körper und Geist, dass man bis ins hohe Alter ausführen kann. Mein Lehrer ist Großmeister Kwon, Jae-Hwa aus New York City und trotz seiner 89 Jahre übt er weiterhin täglich für sich selbst.
Gibt es in Ihrem Sport einen großen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Sportlern?
THOMAS KÖNNECKE: Grundsätzlich ist es so, dass in meinen Schulen tendenziell sogar etwas mehr weibliche als männliche Teilnehmer Taekwon-Do ausüben. Während die Männer oft mehr mit Kraft arbeiten, steht bei den Damen häufig die genauere Technik im Vordergrund. Aufgrund dessen sind sie aber genauso leistungsfähig im Taekwon-Do und stehen den Männern in nichts nach. Es wird quasi sinnbildlich ein anderer Weg genommen, der aber zum selben Ziel führt.
Was unterscheidet Taekwon-Do von anderen Kampfsportarten?
THOMAS KÖNNECKE: Das traditionelle Taekwon-Do kann man am ehesten mit Karate vergleichen, wobei ein größeres Augenmerk auf die oft hohen Bein- und Sprungtechniken gelegt wird. Im Gegensatz zu Karate kommt es nicht aus Japan, sondern aus Korea. Es ist in seiner Ausübung sehr disziplin- und wertebasiert, worauf bei reinem Wettkampfsport im Bereich der Kampfsportarten oft weniger Wert gelegt wird.
Was ist Ihr Tipp für jemanden, der mit dem Sport anfangen will?
THOMAS KÖNNECKE: Der schwierigste Teil beim Erlernen von traditionellem Taekwon-Do ist der erste Schritt. Eventuell vorhandene Vorbehalte überwinden und sich einfach mal trauen, bei einem Schnupperunterricht teilzunehmen.
Vor allem viele Erwachsene sind überrascht, dass es ihnen gefällt, weil sie grundsätzlich etwas komplett anderes erwartet hatten und sich deswegen nicht getraut haben anzufangen. Ist der erste Schritt mal getan, dann kommt der Rest im Laufe der Zeit von selbst.
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