Direktor Lukas Crepaz im Gespräch
So wird Salzburgs Kulturherz erneuert

Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor | Foto: Salzburger Festspiele / Franz Neumayr
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MeinBezirk sprach mit Lukas Crepaz, dem kaufmännischen Direktor der Salzburger Festspiele, über den Stand des größten Kulturprojektes in Salzburg, die Zukunft des Festspielbezirks und die Leidenschaft, die hinter diesem Jahrhundertvorhaben steckt.

SALZBURG-STADT. Seit vielen Jahren wird über den Umbau des Festspielbezirks gesprochen, nun ist man in der Phase der Umsetzung. Wie und warum eine Sanierung und Neugestaltung notwendig wurde, erklärt Lukas Crepaz in einem Gespräch mit MeinBezirk .

Warum die Sanierung so wichtig ist

Das Projekt beschäftigt das Team seit über sieben Jahren, so Crepaz, und umfasst eine Fläche von rund neunzigtausend Quadratmetern, also dreizehn Fußballfelder. Die Gebäude sind nicht nur Heimat der Festspiele im Sommer, zu Pfingsten und zu Ostern, sondern beherbergen einen Großteil des kulturellen Lebens der Stadt, von Volkskultur und Adventsingen bis zu Popkonzerten und Gastspielen großer Orchester.

Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor | Foto: SF/Neumayr/Leo
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Der große Weckruf kam im Sommer 2018, als es während einer Vorstellung in das große Festspielhaus regnete. Spätestens da wurde klar, dass nun dringend gehandelt werden muss. Eine umfassende Erhebung zeigte einen gravierenden Sanierungsbedarf, die Haustechnik ist vielerorts noch aus den Sechzigerjahren, die Klimatisierung ist für die Temperaturspitzen heutiger Sommer nicht mehr geeignet und erfüllt wichtige Standards nicht mehr.

Ein Jahrhundertprojekt für die Zukunft

Die Häuser wurden ursprünglich in Krisenzeiten errichtet, der Almkanal wurde damals schon visionär als natürliche Kühlquelle genutzt, auch jetzt setzt man wieder auf Nachhaltigkeit. Die Dächer werden thermisch saniert, Energie wird effizienter genutzt und der Almkanal bleibt ein zentraler Bestandteil der Kühlung. Allerdings hat sich herausgestellt, dass sich das Wasser im Sommer teilweise über zwanzig Grad erwärmt. Deshalb wird ein intelligentes System eingerichtet, das Bedarfsspitzen mit zusätzlichen Kühlgeräten abdeckt.

"Man spielt künstlerisch in der Champions League, aber technisch teilweise mit dem Stand eines Drittligisten."
Lukas Crepaz, kaufmännischer Direktor, Salzburger Festspiele

Foto: SF/Neumayr/Leo

Neben der Haustechnik steht die Bühnentechnik im Fokus. Crepaz beschreibt die Situation sehr bildhaft: "Man spielt künstlerisch in der Champions League, aber technisch teilweise mit dem Stand eines Drittligisten." Ziel ist kein futuristisches Hightech-Wunder, sondern eine moderne, funktionale und für saisonale Mitarbeiter gut bedienbare Infrastruktur.

Die Werkstätten, das Herzstück hinter der Bühne

Großer Handlungsbedarf besteht in den Werkstätten. Die in den Fünfzigerjahren entstandenen Arbeitsplätze bieten kaum zeitgemäße Arbeitsbedingungen. Im neuen Werkstättengebäude entstehen Tischlerei, Schlosserei, Bühnenmalerei, Schneiderei, Elektrowerkstatt und viele Gewerke, die für die Festspiele und zahlreiche andere Institutionen produzieren. Ziel ist, mehr Raum, viel Licht und moderne Bedingungen. Ein neuer Komplex im Berg und ein verdoppeltes Werkstättengebäude werden diese Anforderungen künftig erfüllen.

Finanzierung und wirtschaftliche Bedeutung

Die erste Bauphase ist finanziell gesichert. Sie umfasst das große Festspielhaus, das neue Werkstättengebäude und das sogenannte Haus im Berg. Die zweite Phase betrifft das Haus für Mozart und die Felsenreitschule und wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Verteilt liegen die Kosten bei rund 395 Millionen Euro für Phase eins und 85 Millionen für Phase zwei. Die Baupreisexplosion der vergangenen Jahre machte eine Neukalkulation notwendig, dennoch ist Crepaz überzeugt, dass die Investitionen sinnvoll und notwendig sind. Die Festspiele erzeugen jedes Jahr rund 250 Millionen Euro Wertschöpfung und fast 100 Millionen an Steuern und Abgaben. Der Festspielbezirk gehört der öffentlichen Hand und amortisiert sich damit innerhalb weniger Jahre.

Leidenschaft, Verantwortung und Teamgeist

Auf die Frage, ob die zusätzliche Belastung durch ein derart großes Bauvorhaben nicht enorm sei, sagt Crepaz, "es habe für mich nie eine Alternative gegeben." Die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Publikum und Stadt sei groß; und viele Kolleginnen und Kollegen hätten ihn schon in den ersten Tagen auf die untragbaren Zustände aufmerksam gemacht. Leidenschaft, Einsatz und Teamgeist seien entscheidend, um ein solches Projekt zu stemmen. Dieser Festspielspirit, wie Crepaz ihn nennt, sei in allen Bereichen spürbar.

Neue Herausforderungen rund um den Jedermann

Besonders spannend wird es in den Jahren 2028 und 2029. Noch offen ist die Frage, ob die ursprüngliche auf zwei Jahre geplante Schließung des Großen Festspielhause auf ein Jahr reduziert werden kann. Für diese Zeit braucht es Ersatzspielstätten und eine Lösung für den Jedermann. Eine temporäre Überdachung am Domplatz könnte Regen und Hitze abhalten und sowohl flexible Nutzung als auch Beschattung ermöglichen. Dieses Projekt soll privat finanziert werden und nur im Sommer aufgebaut sein, um die Sichtachsen auf den Dom und die Umgebung nicht zu beeinträchtigen.

Ein Ausblick auf den Festspielsommer 2026

Mit dem vor wenigen Wochen vorgestellten Programm für den Festspielsommer 2026 freut sich das Direktorium auf einen ganz besonderen Festspielsommer. Große Namen, spannende Opern und Schauspielproduktionen und ein breites künstlerisches Angebot erwarten das Publikum. Nach den erfolgreichen vergangenen Saisonen blickt der kaufmännische Direktor  voller Vorfreude in die Zukunft der Salzburger Festspiele.


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