Ausstellung in St. Gilgen
"In hellen und in finsteren Zeiten" von 18. Juni bis 9. Oktober
- Georg Ehrlich - Der Blinde und der Lahme.
- Foto: Kunsthandel Widder, Wien
- hochgeladen von Philipp Gratzer
Die diesjährige Ausstellung des Museums Zinkenbacher Malerkolonie am Wolfgangsee beleuchtet Licht- und Schattenseiten der Zwischenkriegskunst. Präsentiert werden von 18. Juni bis 9. Oktober ausgesuchte Werke der Malerkolonie, des Hagenbundes und weiterer Künstlerkreise im gesellschaftspolitischen Spiegel der Zeit.
WOLFGANGSEEREGION. Der Hagenbund war ein Verein, dessen Ausstellungen für moderne europäische Kunstrichtungen prägend wurden. Ab 1900 trafen einander Künstlerinnen jund Künstler, welche mit den konservativen Gepflogenheiten in Wien unzufrieden waren. Im Hagenbund konnten sie frei und fortschrittlich agieren. Er wurde zum Sprachrohr der Klassischen Moderne in Österreich.
Feierkultur der Wiener Bohème
Die Wiener Bohème entwickelte trotz aller Nachkriegsnot eine ausgelassene Feierkultur. Auf legendären Künstlerfesten traf die Schriftstellerin Hilde Spiel auf die Maler Leo Delitz, Erwin Lang und Otto Rudolf Schatz - auf Ludwig Ferdinand Graf, Carry Hauser, die Malerehepaare Bauer-Ehrlich und Merkel-Romée. Aber auch die Maler der Secession wie Josef Dobrowsky, Sergius Pauser und Ferdinand Kitt tanzten durch helle Momente in dunkler Zeit. Gemeinsam vergaß man die Alltagssorgen und hoffte auf ein besseres Morgen.
Von der Großstadt aufs Land
Die Krisen der Zwanziger Jahre trieben die Künstlerinnen und Künstler von der Großstadt auf das Land - an den Traunsee, Attersee und Wolfgangsee und in das Ausseerland. Überall entstanden Künstlerkreise wie in Gmunden, Seewalchen und Zinkenbach. Im Salzkammergut war das Leben angenehm. Berg und See boten das beste Motiv, Kost und Logis waren erschwinglich - nicht selten wurde die Sommerfrische mit Kunstwerken bezahlt.
Und doch zogen erneut „düstere Wolken“ auf. Am Vorabend des Dritten Reiches kam es zur Auflösung des Wiener Hagenbundes. Auch die Wege der Zinkenbacher Künstler*innen trennten sich 1938 für immer. Bernhard Barta und Claudia Baumann sind die Kuratoren der Ausstellung.
Kuratoren der Ausstellung, welche von 18. Juni bis 9. Oktober täglich von 14 bis 19 Uhr besucht werden kann.
Nähere Infos unter www.malerkolonie.at
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