Glöcklerläufe 2018 im Salzkammergut

Glöcklerlauf Gmunden
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  • Glöcklerlauf Gmunden
  • Foto: Wolfgang Spitzbart
  • hochgeladen von Kerstin Müller

BEZIRK. Die Glöckler tauchten viele Plätze in ein Lichtermeer, wie das Ortszentrum Ebensee oder den Gmundner Rathausplatz. Rund 3000 Besucher verfolgten den traditionellen Brauch in der Traunseestadt, der auch von Sternsingern begleitet wurde. Die Glöckler sollen der Überlieferung nach die bösen Rauhnachtgeister und die Dunkelheit vertreiben. In Ebensee – der "Mutter des Glöcklerlaufes" – konnten Interessierte neben dem traditionellen Glöcklerlauf die kunstvollen Kappen bei einer Ausstellung in der Stockschützenhalle der SPG-Union/ASKÖ Ebensee bewundern. Aufgrund des großen Interesses werden die Kappen auch 2019 wieder gezeigt.

30 Jahre "Traunstoana"

Für die Glöcklerpass „Traunstoana" war der 5. Jänner etwas besonderes. Seit 30 Jahren, dem 5. Jänner 1988, laufen die Traunstoana beim Glöcklerlauf in Gmunden mit. Im Laufe der Jahre wurde dann aus der ARBÖ-Pass die Glöcklerpass „Traunstoana“ als eigene Sektion. Jahr für Jahr wurde und wird weiter an neuen Kappen gearbeitet und heute besitzt die Glöcklerpass stolze 19 Großkappen, einen Riesen-Kometen und nicht weniger als 17 Kappen für Kinder und Jugendliche. Nicht zuletzt ist diese Menge an kunstvollen Lichterkappen dem unermüdlichen Werken einiger Mitglieder, ganz besonders aber „Chefkappenbauer und Renovierer“ Manfred Quatember zu verdanken. In diesem Jahr kam als neue Jugendkappe der "Hatschertaler“ dazu. Entworfen und gezeichnet durch Peter Sommer, der selbst als Gründungsmitglied seit 30 Jahren dabei ist und bereits einige Kappenmotive angefertigt hat, haben dann Andreas Hameter, Heinz Schaumburger und Quatember das Kunstwerk vollendet. In den letzten Jahren sind das neue Naturfreundehaus, die neue Grünbergseilbahn und die neue Regio-Tram angefertigt worden. Alle Kappenmotive haben einen direkten Bezug zur Stadt Gmunden und ernten beim Glöcklerlauf immer Applaus der Besucher und Zuschauer.

Jugend nahm rege teil

In Vorchdorf fand heuer der 68. Glöcklerlauf statt, nur ein bis zwei Mal mussten die Vorchdorfer witterungsbedingt ihre Kappen im Keller lassen. Zu Beginn stimmte die Bläsergruppe der Marktmusik die Besucher musikalisch auf den Glöcklerlauf ein. Die Passen liefen vorerst zu den Außenstellen und trafen pünktlich um 18 Uhr am Schloßplatz mit ihren nur mit Kerzenlicht beleuchteten Kappen ein.
Sie liefen dort ihre Kreise und Achter, um auch mit Unterstützung von Schellenlärm die bösen Geister in der letzten Raunacht zu vertreiben. Begrüßenswert ist, dass in Vorchdorf auch die Jugend für Tradition und Brauchtum begeistert werden kann, so waren viele Schüler an der Lichterveranstaltung beteiligt. Die Hl. 3 Könige, dargestellt vom Doppelquartett des Sängerbundes Frohsinn, sorgten für die musikalische Umrahmung.

Der Glöckler-Brauch

Die Glöckler sind weiß gekleidet, tragen am Rücken große Glocken und haben auf dem Kopf Kappen auf. Diese von innen mit Kerzen beleuchteten Kappen sind bis zu zweieinhalb Meter lang, eineinhalb Meter hoch und wiegen bis zu 15 Kilo. Die Kappen sind aus Holzgestellen in unterschiedlichen Formen gestaltet und mit schwarzem Tonpapier bespannt. In dieses Papier sind Muster, Ornamente und Verzierungen geschnitten oder gestanzt, die religiöse Darstellungen oder regionale Motive zeigen. Die Innenseite wird mit verschiedenenfärbigen Seidenpapieren hinterlegt, was den bunten Effekt der kleinen Kunstwerke ergibt. Die Glöckler laufen in Passen durch die Straßen. Die von den Glöcklern gezogenen Kreisen, Schleifen und Achter werden als Symbole der Unendlichkeit gedeutet.

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