Hans Well & Wellbappn: Rotzfreche Biermösl 2.0 mit bitterböser Volksmusik

Hans Well & Wellbappn traten im ALFA auf.
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LAAKIRCHEN. Ende und Anfang in Steyrermühl: Dort, wo vor sechs Jahren die verblichene Biermösl Blosn vor ihrer Trennung ihr letztes Österreich-Abschied spielte, im Kulturzentrum Alfa, ausgerechnet dort gab es Donnerstagabend das erste Österreich-Konzert einer der beiden Nachfolgegruppen - Hans Well & Wellbappn, sozusagen Biermösl reloaded. „Das ist unsere Österreich-Premiere“, so der Biermösl-Veteran Hans Well, der gleich zu Beginn klarstellte: „Weil wir hier in einer alten Papierfabrik sind: Wellbappn, das hat nix mit Pappe zu tun, nein ihr wisst‘s schon – gemeint ist die Bappn, also das Mundwerk.“ Und was assoziert man sofort mit Bappn? Natürlich: Freche Bappn. Und so kam es dann auch: Zwei Stunden bitterböse Volksmusik, bissi-ges Kabarett, scharfe Satire. Das altbekannte Feindbild blieb erhalten - das bayerische Konglomorat aus CSU, Staatsregierung, jeweiligem Ministerpräsidenten, BayWa, Raiffeisen, Betonlobby, Kirche, Traditionsverbänden und Agrarindustrie.

Rotzfreich seit über 40 Jahren

Heimattümelei, Kitsch und falsch verstandene Trachtensentimentalität sind es der Familie Well so gar nicht. Rotzfrech kämpfen sie musikalisch gegen alles, was rechts steht. Ein listiges und spöttisches Ansingen gegen die bayerische Obrigkeit, dumpfbackenen Provinzialismus und trachtlerische Seligkeit. Und die Wells nehmen sich dabei auch gern selbst auf die Schaufel. Hans Well, der mit den Brüdern Christoph und Michael vor über 40 Jahren die legendäre Biermösl-Blosn gründete und mit ihr 35 Jahre lang durch die Lande zog, ist also wieder da. Mit seinen drei Kindern Tabea, Sarah und Jonas, den Wellbappn, wurde er noch kantiger, schärfer und kritischer. Schräger Wortwitz gepaart mit Hohn gegen die selbstgefällige Obrigkeit. Die vier sind aber auch außergewöhnliche Multi-Instrumentalisten, blitzschnell wechseln sie auf der Bühne die Instrumente – von der Steirischen zur Gitarre, von der Trompete zum Kontrabass, vom Akkordeon zum Saxophon, von der Geige zum Kazoo. Musikalität liegt der großen Familie Well einfach im Blut.
Schon mit dem Einstieg – ein paar bissige Gstanzln über Laakirchen und seine Lokalpolitik, über den Landeshauptmann, die österreichischen Burschenschaften - hatten die Wells die Sympathien des Publikums auf iher Seite, Beifall und Lacher. Die zogen sich durch das ganze hinreißende Programm bis zu den Zugaben.

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