Häusliche Gewalt: Opferschutzgruppen am Salzkammergut-Klinikum sensibilisieren und helfen

SALZKAMMERGUT. Krankenhäusern kommt bei der Versorgung von Opfern von häuslicher Gewalt eine Schlüsselrolle zu. Dies gilt nicht nur für die Behandlung körperlicher Verletzungen, sondern auch – da es unterschiedliche Formen von Gewalt gibt – für weitergehende und umfassende Unterstützung, Beratung und Information. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, haben sich am Salzkammergut- Klinikum Opferschutzgruppen etabliert, die sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe annehmen.
Die von Diplomsozialarbeiterin Maria Fitzinger aufgebauten Opferschutzgruppen verstehen sich in erster Linie als Servicestelle für Patienten und Mitarbeitern. „Mitarbeiter, die mit Gewaltopfern konfrontiert sind, haben eine hohe Verantwortung und müssen sofort handeln. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Kollegen entsprechend zu sensibilisieren, damit sie mit diesen individuellen Situationen professionell umgehen können“, erklärt DSA Fitzinger.
Die Gruppen sind multiprofessionell, interdisziplinär und setzen sich aus Pflegekräften, Ärzten, einer Psychologin und einer Sozialarbeiterin zusammen. Besteht bei der Aufnahme ins Krankenhaus der Verdacht auf Gewalt, dann werden die Opfer diskret und einfühlsam darauf angesprochen bzw. der Kontakt zu Maria Fitzinger hergestellt. Diese berät die Opfer über das mögliche weitere Vorgehen und übernimmt die Vermittlung zu Institutionen wie etwa dem Frauenhaus oder externen Beratungsstellen. „In diesem Zusammenhang wäre die Einrichtung einer Männerberatung sehr wichtig, da wir sehen, dass viele Täter einer entsprechenden Beratung aufgeschlossen gegenüberstehen. Auch die Einbeziehung von minderjährigen Kindern sowie deren Betreuung sind Schwerpunkte unserer Arbeit.“
Dass die Einrichtung von Opferschutzgruppen wichtig und sinnvoll ist, zeigen die Zahlen. „2014 hatten wir fast jede Woche eine Beratung mit einer Opferschutzpatientin“, sagt Fitzinger. „Auffallend ist, dass in letzter Zeit die Zahl der Gewaltfälle im Alter steigt. Grund ist oft die große Mehrbelastung der pflegenden Angehörigen. Auch hier sind wir als Erstanlaufstelle gefordert, entsprechende Hilfe und Beratung zu bieten.“

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