Bad Ischl zeichnet Univ.Prof. DDr. Walter Raberger mit dem Kulturehrenzeichen aus

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BAD ISCHL. Bad Ischl sei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und die Stadt ruhe nicht in sich selbst, sondern strahle aus: „Die Menschen von hier und anderswo prägten in der Vergangenheit und prägen auch heute durch Glaube und Kultur, durch gesunde Tradition, durch zeitgemäßes Handeln, durch Visionen mit Blick auf die Zukunft diese Stadt“ - derart großes Lob hatte Alt-Diözesanbischof Maximilian Aichern bei seinem letzten Besuch in das Herz des Salzkammergutes mitgebracht. Der Anlass für seine Visite war die Verleihung des Kulturehrenzeichens der Stadt Bad Ischl an Univ.-Prof. em. DDr. Walter Raberger - und damit an einen verdienstvollen Wissenschaftler und Lehrer, der „für Glaube und Kultur Gewichtiges in dieser Stadt und in unserem Heimatland leistet“ (Aichern).

Diese seine Heimatstadt wiederum würdigte nunmehr Rabergers Arbeit mit der Verleihung des Kulturehrenzeichens – überreicht durch Bürgermeister Hannes Heide im Rahmen einer Feierstunde, zu der sich neben Altbischof Aichern viel Prominenz mit Altbürgermeister Helmut Haas und Stadtpfarrer Christian Öhler sowie Mitgliedern der Stadtregierung und mit dem Goiserer Geigen Dischgu als musikalischem Begleiter eingefunden hatte.
Ein Zufall zwar, aber ein überaus passendes Zusammentreffen bildete dabei die Tatsache, dass fast zeitgleich auch in Wien eine Ehrung stattfand – an den ebenso kritischen wie streitbaren deutschen Sozialphilosophen Jürgen Habermas, für den Raberger überaus große Wertschätzung empfinde, wie des Altbischofs Co-Laudator an diesem Vormittag, Mag. Georg Hrovat, konstatierte. Ihn verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft mit dem Geehrten, die bereits in der Schulzeit begann, mittlerweile fast ein ganzes Menschenalter andauert und ihre ersten Höhepunkte wohl in den von Raberger initiierten Theateraufführungen am Bad Ischler Gymnasium hatte. Dort wirkte Raberger von 1975 bis 1983 als Religionsprofessor, und schon in diesen Jahren hatte er sich als „Mensch der Demokratie und ein Mensch der Kultur, ja ein stets positiver Schöngeist in Kunst und Kultur, auch immer der Geschichte“ erwiesen und es verstanden, aus der Vergangenheit zu schöpfen und für die Gegenwart zu beurteilen, was positiv und für heute zu übernehmen oder was für heute abzulehnen sei. Er sei nie retrovertiert, lobt Altbischof Aichern den jüngsten Kulturehrenzeichenträger der Stadt Bad Ischl, „sondern nützt das Wort Jesu und unsere Kultur für die Gegenwart und auf unsere Zukunft hin“.

Geboren wurde Walter Raberger im Jahr 1939. Er studierte Germanistik und klassische Philologie in Wien und machte anschließend seinen zweiten „Doktor“ (Theologie) an der Innsbrucker Universität. 1971 wurde er vom damaligen Diözesanbischof Zauner in der Stadtpfarrkirche Bad Ischl zum Priester geweiht. Nach seinen Jahren am Bad Ischler Gymnasium war er von 1983 bis zu seiner Pensionierung (2004) zunächst Lehrbeauftragter und dann Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie in Linz, von 1990 bis 1992 Rektor der Kath.-Theol. Hochschule und die folgenden beiden Jahre Prorektor. Zudem war er auch noch viele Jahre Mitglied der Studienkommission. „Übers Wochenende fuhr er meistens nach Bad Ischl und hält in der Pfarrkirche seit Jahrzehnten die Samstag-Vorabendmesse mit Glaubenslehre“, erinnert Aichern sich an die gemeinsamen Arbeitsjahre mit Raberger, den er als „gläubigen, menschenfreundlichen und weltoffenen Priester und Professor“ kennengelernt habe: „In der Lehre ist er immer hoch motiviert, Glaube und Wissenschaft schließen sich nicht aus.“ Raberger sei ein Mensch der Kirche, der bei allen Ereignissen mitdenke und sie auch kommentiere – als ein kritischer, aber stets loyaler Geist: „Und kritische Loyalität sowie Courage, ja sogar Zivilcourage, ist gefragt, nicht nur im Bereich der Gesellschaft, sondern auch im Bereich der Kirche“ (Aichern).

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