13.09.2017, 20:00 Uhr

"Sie sind eh schon zu dick": St. Wolfganger Wirtin verweigerte Paar seine Bestellung

Auf der Facebookseite des Badestrandes Intermezzo gibt es unterschiedliche Aussagen über die Wirtin. (Foto: Screenshot Facebook)

Zwei Niederösterreicher wurden bei ihrem Besuch am Badestrand Intermezzo aufgrund ihres Gewichtes beleidigt. WTG-Chef Wieser hat sich offiziell entschuldigt

ST. WOLFGANG. Jedem Verkäufer wird sie eingetrichtert, die Goldene Regel, wenn es darum geht, dass das Geschäft laufen soll: "Der Kunde ist König". Nicht ganz so genau mit diesem Grundsatz scheint es Manon Kohlhuber, die Wirtin des Badestrandes Intermezzo in St. Wolfgang, zu nehmen. Erzählt zumindest Bettina S., die mit ihrem Mann am 26. August dort zu Gast war: "Wir setzten uns an einen Tisch und wollten etwas bestellen. Die Chefin kam auch bald zu uns und fragte nach unseren Wünschen." Bettina S.bestellte einen Cappuccino und dazu ein großes Glas Wasser. Soweit nichts Ungewöhliches, doch die Antwort ließ die Gäste staunen. "Nein, war die erste Antwort der 'freundlichen Wirtin'. Als ich nach dem Grund fragte, meinte sie, ich solle mich in den Spiegel sehen." Bettina S.sei viel zu dick und bekäme höchstens ein Glas Zitronenwasser serviert. Auch ihrem Mann blieb der Eiskaffee verwehrt, vor allem, weil das Schlagobers viel zu ungesund sei. "Zugegeben sind wir nicht die Dünnsten, aber wenn einem von einer Fremden gesagt wird, dass man dringend eine Diät machen muss, ist man schon verdutzt", ist sich das Paar einig.

Wieser hat sich entschuldigt

Ähnlich sieht das Hans Wieser, der sich als WTG-Chef um die touristischen Belange der Region kümmert. Auch bei ihm sei die Beschwerde von Bettina S. eingegangen und nach Rücksprache mit der Wirtin hat er sich bei der Familie per Mail entschuldigt. "Ich selbst habe ein sehr positives Bild von Frau Kohlhuber und lege meine Hand dafür ins Feuer, dass sie das – sofern es überhaupt so gesagt wurde – nicht beleidigend, sondern eher als guten Ratschlag gemeint hat. In jedem Fall tut ihr der Vorfall leid", so Wieser. Dass Aussagen in diese Richtung natürlich fehl am Platze seien, habe Wieser der Wirtin zudem klar gemacht. Eine offizielle Entschuldigung hat es seitens der Wirtin nicht gegeben, man verständigte sich darauf, dass dieser Part von Wieser übernommen werden sollte. Auf Anfrage der BezirksRundschau bestritt Kohlhuber die Vorwürfe nicht: "Ich hoffe, die Entschuldigung von Herrn Wieser wird angenommen. Im anderen Fall kann die Dame 2018 gerne wiederkommen, sofern es den Badestrand dann noch geben sollte, und sich Cappuccino und Eiscaffe gratis servieren lassen", so die Wirtin.
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