Jagd
Das gab's noch nie – Jäger verlieren ihr Jagdrevier

Jägerschaft St. Roman konnte Reh-Abschusszahlen nicht erfüllen – deshalb wurde ihnen Jagdpachtvertrag entzogen.
  • Jägerschaft St. Roman konnte Reh-Abschusszahlen nicht erfüllen – deshalb wurde ihnen Jagdpachtvertrag entzogen.
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Zum ersten Mal überhaupt wurde in Oberösterreich einer Jägerschaft der Jagdpachtvertrag entzogen.

BEZIRK SCHÄRDING, ST. ROMAN (ebd). Und zwar den Weidmännern aus St. Roman. "Das ist natürlich ein besonderes Vorkommnis, dass es in Oberösterreich noch nie gegeben hat", bestätigt auf Anfrage der BezirksRundschau Bezirksjägermeister Franz Stadler. Der Grund dafür ist, dass die Jägerschaft zweimal den jährlichen Abschussplan für Rehwild nicht einhalten konnte. Daraufhin hat die Bezirkshauptmannschaft den Vertrag aufgelöst. Dieser Bescheid wurde auch vom OÖ. Landesverwaltungsgerichtshof bestätigt.

"Dabei hat sich die Jägerschaft St. Roman in den letzten Jahren sehr bemüht, den Abschuss einzuhalten."

"Dabei hat sich die Jägerschaft St. Roman in den letzten Jahren sehr bemüht, den Abschuss einzuhalten. Rund 80 Prozent des Reviers von St. Roman wurde in Stufe I eingereiht – was bedeutet, dass der Großteil des Reviers in Bezug auf Wildeinfluss in Ordnung ist. Lediglich bei drei Vergleichsflächen ist der Wildeinfluss zu hoch", weiß Stadler. Heißt im Klartext: In diesen Bereichen verursachte das Wild zu hohe Schäden an der Waldvegetation. Dazu Bezirkshauptmann Rudolf Greiner: "Die Höhe des Rehwildabschusses hängt vom Wildeinfluss ab. Die jährlichen Abschusszahlen werden zwischen den Grundeigentümern und den Jägern einvernehmlich festgelegt. So auch in St. Roman. Den Jägern gelang es aber insgesamt nicht, dieser Verantwortung nachzukommen." Auf Anfrage der BezirksRundschau wollte sich der Obmann der Jägerschaft St. Roman allerdings nicht dazu äußern.

Viel zu hohe Abschusszahlen

Wie Stadler sagt, seien die Abschusszahlen in St. Roman aber viel zu hoch. "Das Jagdrevier in St. Roman umfasst 3200 Hektar. Laut Vorgaben sollten 620 Rehe geschossen werden. Zum Vergleich: Freinbergs Jagdrevier umfasst 1600 Hektar. Die Abschusszahl liegen hier bei 140 Stück. 620 Stück sind unmöglich. Realistisch wären zwischen 350 und 450. Wir haben den Auftrag nachhaltig zu jagen. Wir wollen nicht zu jenen gehören, denen man nachsagt, das letzte Reh geschossen zu haben."

"Wir wollen nicht zu jenen gehören, denen man nachsagt, das letzte Reh geschossen zu haben."

Stadler bekrittelt zudem, dass nicht erfüllte Abschusszahlen aufs Folgejahr übertragen werden. "So ist das auch in St. Roman passiert. Hier gehört meiner Meinung nach künftig etwas unternommen." Dazu Greiner: "Seit 1994 regelt die Oö. Abschussplanverordnung den Ablauf, wobei sich der Abschuss sich am Waldzustand oder Wildeinfluss orientiert. Die Jagdgesellschaft hat die Abschusshöhe nie angefochten." Und wie geht's nun weiter? Dazu der Bezirksjägermeister: "Die Bezirkshauptmannschaft hat einen Jagdverwalter bestellt. Dieser muss sich nun darum kümmern, den nicht vollzogenen Abschuss durchzuführen. Zudem muss der Jagdausschuss bis zum Ende der laufenden Jagdperiode das Jagdrevier neu verpachten. Das läuft aktuell."

St. Roman ein Einzelfall

Auch die Jägerschaft St. Roman könnte sich wieder darum bemühen. Wie es heißt, soll es dahingehend sogar Gespräche geben. "Ich hoffe nicht, dass die Jägerschaft von St. Roman die Freude an der Jagd verliert. Die Jägerschaft trägt sehr wohl Verantwortung für die Neugestaltung des durch Schädlinge oder Unwetter geschädigten Waldes gemeinsam mit den Grundbesitzern mit", so Stadler. Auf jeden Fall bleibt St. Roman mit dem Jagdpachtentzug ein Einzelfall. Denn weder Greiner, noch Stadler sehen im Bezirk einen ähnlich gelagerten Fall. "In den übrigen Revieren herrschen zwischen Grundbesitzern und Jägerschaft gute Verhältnisse", weiß der Bezirksjägermeister.

Autor:

David Ebner aus Schärding

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