Initiative "Reparaturbonus"
"Reparieren statt wegwerfen" läuft gut an

Am häufigsten werden Reparaturen an Geschirrspülern und Waschmaschinen gefördert
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  • Am häufigsten werden Reparaturen an Geschirrspülern und Waschmaschinen gefördert
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Initiative setzt auf Reparieren statt Wegwerfen. Schon 1.000 Förderungen oberösterreichweit, 50 im Bezirk Schärding.

BEZIRK SCHÄRDING. Mitte September 2018 fiel der Startschuss für den "Reparaturbonus". Die Grundidee hinter dieser Aktion des Landes Oberösterreich lautet: Menschen sollen dazu animiert werden, kaputte Haushaltsgeräte nicht sofort wegzuschmeißen, sondern sie reparieren zu lassen. Wer dazu die Dienste eines im oberösterreichischen Reparaturführer gelisteten Unternehmens in Anspruch nimmt, erhält als Unterstützung eine Förderung von bis zu 100 Euro vom Umweltressorts. 
"Wir wollen weg von der Wegwerfgesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gehen", erklärt Umweltlandesrat Rudi Anschober. 

Geschirrspüler und Waschmaschinen

Und die Initiative ist erfolgreich. Nach fünf Monaten konnten landesweit bereits über 1.000 Reparaturen gefördert. "Das ist das größte Interesse an einer Landesförderung seit langer Zeit", so Anschober. Im Bezirk Schärding waren es 50 (Stichtag: 13. Februar 2019). Am häufigsten ließen die Fördernehmer dabei Geschirrspüler und Waschmaschinen reparieren, gefolgt von Kaffeemaschinen, Elektroherden und Fernseher. Oberösterreichweit konnte so eine Masse von 40.000 Kilogramm Altgeräten vor dem Schicksal "Abfall" bewahrt werden. 

20 Reparaturbetriebe im Bezirk Schärding

Auch die Anzahl der teilnehmenden Unternehmen steigt stetig. In Oberösterreich sind aktuell über 300 Betriebe gelistet. Diese haben mithilfe des Reparaturbonus in dieser kurzen Startphase bereits 170.000 Euro umgesetzt. "Das ist ein beachtlicher Impuls für die regionale Wirtschaft, und es entstehen dadurch sogar neue Jobs", sagt Anschober. Im Bezirk Schärding nehmen aktuell rund 20 Unternehmen an der Aktion teil. Müll zu vermeiden und zum Klimaschutz beizutragen, führen viele von ihnen als wichtigen Grund an, weshalb sie sich an der Initiative beteiligen. So etwa die Firma Elektro Robert Baumgartner aus Münzkirchen: "Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass auch vom Land ein Umdenken da ist. Mit dieser Aktion werden die Menschen wieder dazu motiviert, Geräte reparieren zu lassen und damit einen guten Beitrag zur Müllvermeidung zu leisten." Denn Klimaschutz sei ein zentrales Thema der Zukunft.
Das sieht auch Gerhard Schneiderbauer, Elektro-TV-Haushaltsgeräte in Rainbach, so: "Der Elektroschrott wird immer mehr und belastet die Umwelt." Und Peter Pichler von GoGreen in Schardenberg möchte "jeden unterstützen, der Abfall vermeiden will. Denn wir gehören noch in die Generation 'Reparieren statt Wegwerfen'." Einige Betriebe spüren auch schon einen Anstieg an Reparaturaufträgen, die sie dem Reparaturbonus zuschreiben. "Die wären ansonsten wahrscheinlich nicht gemacht worden", meint Franz Fischer von Etech in Schärding.

Wie an den Reparaturbonus kommen?

So funktioniert's: Wer ein kaputtes Haushaltsgerät zu Hause hat, sucht im oö. Reparaturführer unter www.reparaturfuehrer.at nach einem Reparaturprofi in der Region. Dabei kann nach Bundesland, Kategorien und Stichworten gesucht werden. Nachdem das Gerät repariert ist, kann mittels der ausgestellten detaillierten Rechnung samt Zahlungsnachweis um einen Förderbonus angesucht werden. Die Anträge sind online einzureichen. Privatpersonen erhalten 50 Prozent der Kosten oder bis zu 100 Euro pro Jahr für Reparaturdienstleistungen bei haushaltsüblichen Elektrogeräten ausbezahlt. Mehr Infos und Antragsformulare finden Sie auf www.land-oberoesterreich.gv.at/204744.htm

Am häufigsten werden Reparaturen an Geschirrspülern und Waschmaschinen gefördert
Von links: Kurt Haider (Gruppenleiter Förderungen Abteilung Umweltschutz), Umwelt-Landesrat Rudi Anschober und Armin Hofer (Hofer Elektroservice).

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