"Für mich ist die Situation schlimm"
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Völlig überraschend wurde Berta Scheuringer als Bürgermeisterin abgewählt. Die Enttäuschung ist groß.
RIEDAU (ebd). Im Interview verrät die scheidende Ortschefin woran sie ihrer Meinung nach gescheitert ist, was sie nun vor hat und warum ihr Menschen mit einem schlechten Gewissen gegenübertreten.
BezirksRundschau: Sind Sie sehr enttäuscht über die Abwahl?
Scheuringer: Für mich ist die Situation schlimm. Ja, ich bin sehr enttäuscht.
Woran hat's gelegen?
An den dummen, gestreuten Gerüchten und an einem Mitbewerber, der nach mehreren Versuchen nun unbedingt Bürgermeister werden wollte und von der FPÖ dabei massiv unterstützt wurde.
Welche Aussagen meinen Sie?
Dass ich das Bürgermeisteramt nur noch zwei Jahre mache und dann kommt wer anderer, da ich die Bürgermeister-Pension dann nutze. So ein Blödsinn, denn die gibt's ja überhaupt nicht mehr. Außerdem hat es Stimmen gegeben, die gemeint haben, dass die Weiberwirtschaft im Gemeindeamt ein Ende haben muss. Nicht schön – oder?
Wie waren eigentlich die Reaktionen auf Ihre Abwahl?
Sehr unterschiedlich. Manche Personen bedauern mich, andere haben ein schlechtes Gewissen, wieder andere können dies nicht verstehen.
Mit Ihnen ist die letzte Bürgermeisterin im Bezirk Geschichte. Was sagen Sie dazu?
Offensichtlich will man auf die Fähigkeiten einer Frau in der Politik verzichten. Ein echter Rückschritt.
Wenn Sie auf die vergangenen sechs Jahre zurückblicken – was war das persönliche Highlight als Ortschefin?
Die vielen gelungenen Veranstaltungen im Rahmen der 500-Jahr-Feier und mehrere erfolgreich realisierte Bau- und Infrastrukturprojekte.
Ihr größter Rückschlag beziehungsweise Misserfolg?
Keine ausreichend dicke Haut gegen energieraubende und destruktive Meinungen entwickelt zu haben. Und natürlich die Stichwahl am 11. Oktober.
Werden Sie nun noch in irgendeiner Weise politisch tätig bleiben?
Nein, bestenfalls in der VP-Fraktion auf den hinteren Plätzen.
Was raten Sie Frauen, die sich für Politik interessieren?
Frauen, lasst euch nicht unterkriegen. Wir gehen mit einer anderen Sichtweise vor, die glaube ich, allen gut tun würde.
Wie geht's nun für Sie weiter?
Ich gehe meiner beruflichen Tätigkeit, die ich neben dem Bürgermeisteramt ausgeführt habe, weiter nach, und genieße die gewonnene Freizeit.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?
Eine Welt mit mehr Miteinander als Gegeneinander.
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