12.04.2017, 11:00 Uhr

Durch's singa kumman d'Kulturen zam

Der Begegnungschor trifft sich jeden Mittwoch um 19.30 Uhr im Kolpinghaus Schärding zur Chorprobe. (Foto: Begegnungsverein)

Der Begegnungschor bringt Migranten und Schärdinger einander näher. Jetzt steht erster Auftritt an.

SCHÄRDING. "Die Stimmung ist toll. Leute, die sich sonst nie treffen würden, tauschen sich aus und schaffen zusammen etwas Schönes", freut sich Johanna Tschaikner. Zusammen mit anderen Vorstandsmitgliedern des Schärdinger Begegnungsvereins hat sie vor rund einem Jahr die Idee zum Begegnungschor geboren. Mit dem Ziel eine Begegnungsplattform zwischen Migranten und Österreichern über gemeinsames Musizieren zu schaffen. Um damit Berührungsängste abzubauen. Um den Integrationsprozess zu erleichtern. Um den Austausch zwischen den Kulturen anzuregen. Und auch um mit dem Chor ein kulturelles Angebot zu etablieren. Ganz nach dem Motto: Musik verbindet.
Als Leaderprojekt der Region Sauwald Pramtal wurde der Begegnungschor dann umgesetzt. Und seitdem wird jeden Mittwoch geprobt.
Rund 20 Personen unterschiedlichen Alters und aus ganz verschiedenen Kulturkreisen singen derzeit einmal die Woche zusammen. Das Repertoire reicht von österreichischen Volksliedern bis hin zu Farsi-Gesängen. "Das Liedgut ist bunt gemischt – wie unsere Truppe", meint Tschaikner, die selbst auch im Chor mitsingt. Aktuell bereitet Chorleiterin Maria Diesenberger ihre Sänger auf den erster Auftritt vor. Dieser findet beim Fest der Kulturen in Schärding am 20. Mai statt.

Anfangs mühsam, jetzt läuft's

Wie sieht ein erstes Resümee nach einem Jahr Begegnungschor aus? "Das Projekt hat sich toll entwickelt und läuft jetzt richtig rund. Unsere Erwartungen haben sich alle erfüllt – obwohl's zu Beginn schon ein bisschen mühsam war", erinnert sich Tschaikner. Vor allem der starke Wechsel an Chormitgliedern und die unregelmäßigen Probenbesuche ließen anfangs wenig Konstanz zu. "Einmal kamen nur drei Leute zur Probe, die Woche drauf waren es wieder 30", macht die Schärdingerin deutlich. Jetzt habe sich jedoch eine Kerngruppe gebildet, mit der es sich gut arbeiten lässt. Und eine gute Mischung aus Migranten und Einheimischen. "Was ich so schön finde ist, dass der Chor gemeindeübergreifend funktioniert. Also nicht nur Schärdinger, sondern auch Leute aus umliegenden Gemeinden mitsingen. Denn Integrationsarbeit passiert sonst vielfach nur in den Gemeinden", betont Tschaikner.
Wer Interesse hat, beim Begegnungschor mitzuwirken, ist jederzeit willkommen, lädt Johanna Tschaikner ein: "Einfach zu den Proben am Mittwoch um 19.30 Uhr im Kolpinghaus Schärding kommen." Termine werden über Facebook bekannt gegeben: www.facebook.com/begegnungsvereinSD/
Für ihren Auftritt sucht der Chor übrigens noch eine afghanische Flöte. "Bisher konnten wir nirgends eine auftreiben."
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