14.02.2018, 00:00 Uhr

FC Münzkirchen führt striktes Rauchverbot im Clubheim ein

Der FC Münzkirchen pfeift auf's rauchen. Seit 1. Februar 2018 ist das Clubheim der Fußballer Zigaretten-frei. Am Bild von links: Obmann-Stellvertreter Mario Zieringer, Sektionsleiter Andreas Riegler, Obmann Gerhard Kapshammer und Nachwuchsleiter Franz Wallner.

Aschenbecher und Zigaretten adé im Clubheim des FC Münzkirchen. Weil die neue Bundesregierung das Rauchverbot, das am 1. Mai 2018 in Kraft treten sollte, kippt, nimmt der Fußballverein die Sache nun einfach selbst in die Hand.

MÜNZKIRCHEN (ska). "Eigentlich hätten wir darauf gehofft, dass das gesetzliche Rauchverbot, das 2015 beschlossen wurde, jetzt kommt", berichtet Andreas Riegler, Sektionsleiter des Fußballclubs Münzkirchen. Wie er und Obmann Gerhard Kapshammer zur BezirksRundschau sagen, ist die Zeit reif für ein generelles und ausnahmesloses Rauchverbot im Münzkirchner Clubheim.

"Aber keiner konnte ahnen, dass sich die neue Bundesregierung zu einem derartigen Rückschritt hinreißen lässt", ergänzt Riegler und meint den Vorstoß der Schwarz-Blauen Koalition, das beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie mit 1. Mai 2018 zu kippen. Deshalb ist der Vorstand nun selbst aktiv geworden: Mit großer Mehrheit haben die Funktionäre ein Rauchverbot im Münzkirchner Clubheim beschlossen, das seit 1. Februar gilt.

Zwei Jahre lang diskutierte der Fußballverein über diese Angelegenheit. Ein zwischenzeitlich eingeführter Kompromiss, dass ab 22 Uhr geraucht werden darf, ist nun ebenfalls Geschichte. "Diese Ausnahmen wird es nicht mehr geben. Weder bei Weihnachtsfeiern, noch bei sonstigen Festen im Clubheim", erklärt Riegler.

Anlass für das strikte Rauchverbot ist Renovierung des Clubheims, die gerade jetzt im Laufen ist. Die Einrichtung wird erneuert, die Wände gestrichen. "Zuvor konntest du die Luft schneiden im Clubheim", sagt Kapshammer. "Den Rauch hat man nicht nur gerochen, sondern auch an den Wänden gesehen."

"Im gesamten Kader der Herren-Mannschaft, und das sind 16 Spieler, gibt es keinen einzigen Raucher mehr. Bei den 30 Damen sind es zwei, die rauchen."
Andreas Riegler, Sektionsleiter des FC Münzkirchen

Viel wichtiger als der Schutz der Einrichtung ist den Fußballern aber der Nachwuchs. "Zum einen dürften diese nicht mehr ins Clubheim, wenn die Regelung kommt, dass sich unter 18-Jährige nicht im Raucherbereich aufhalten dürfen", sagt Riegler. "Und zum anderen müssen wir hier Vorbild sein" – für die Nachwuchskicker und andere Vereine. Und das sind sie schon jetzt, wie der Sektionsleiter stolz berichtet: Im gesamten Kader der Herren-Mannschaft, und das sind rund 16 Spieler, gibt es keinen einzigen Raucher mehr. Bei den Damen sind es von 30 Spielerinnen, nur mehr zwei, die rauchen."

Dass Gäste ausbleiben, fürchtet der FC-Vorstand nicht. Ganz im Gegenteil: "Die Besucher werden das zu schätzen wissen", ist Obmann Kapshammer überzeugt. Bei Fußballspielen begrüßt der FC im Durchschnitt 200 Zuschauer. "Wir möchten die Raucher nicht verdrängen", fügt er hinzu. Vor der Tür zum Clubheim gebe es für sie einen überdachten, windgeschützten Bereich.


Union Esternberg: Seit zwei Jahren Rauchverbot und immer noch "Motzer"

Ein Vorreiter, was Rauchverbot in Fußball-Clubheimen betrifft, ist die Union Esternberg. Dort darf seit zwei Jahren nicht mehr geraucht werden. Wie Obmann Franz Mauthner auf BezirksRundschau-Anfrage sagt, gibt es darüber nach wie vor Diskussionen. "Aber die, die schimpfen, sind nicht die große Masse", sagt er. Ob sich das Verbot auf die Einnahmen der Union ausgewirkt hat, verneint Mauthner. "Unterm Strich gleicht es sich aus", sagt er. "Weil jetzt auch Nichtraucher wieder mehr ins Clubheim gehen."

Das Rauchverbot werde in Esternberg auf jeden Fall aufrecht bleiben. "Eigentlich sollten auch alle Fußballer aufhören, weil dann können's wieder besser schnaufen", fügt der Obmann mit einem Schmunzeln hinzu.

Auch immer mehr Wirte steigen nun freiwillige auf Nichtraucher um – wie etwa der Schererwirt in St. Roman, Bezirk Schärding, der mit 1. Mai 2018 das Rauchverbot einführt. Hier mehr dazu.
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